Bodybuilding, Perfektionismus und Feminismus in GYM von Verena Kessler

Shownotes

Meine Podcast Freundin Susi hat mich in ihren Podcast "Verbittert Talentlos" eingeladen, um mit mir über GYM von Verena Kessler (*) zu sprechen. Weil wir gerne Folgen austauschen, kommst du jetzt auch hier in den Genuss unseres Gesprächs. Es geht um Muckibuden, Schönheit und Obsession. Wilde Mischung, oder?

Susis Podcast "Verbittert Talentlos" findest du hier - hör unbedingt mal rein.

Auf Instagram findest du Verbittert Talentlos hier.

Susi war übrigens schon zweimal bei "Die Leserinnen" zu Gast. Einmal zum Thema "Söhne erziehen als Feministin" und einmal zum Thema "Männer". Hör mal rein!

Verena Kesslers Roman "GYM" ist 2025 bei Hanser Berlin erschienen. (*)

Die Leserinnen ist der Buch Podcast über feministische Bücher. Für alle, die gerne lesen und lesen lassen. Es geht sowohl um Sachbücher und als auch Romane - feministische Literatur und Werke, die einen Impact auf die Gleichberechtigung haben können.

Du findest uns übrigens auf unserer Website und auf Instagram - schreib doch mal!

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Mehr Informationen zum Buch Club und wie du dabei sein kannst, findest du hier.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe eine Podcastfreundin und die heißt Susi.

00:00:03: Sie hat mich in ihren Podcast-Verbilder talentlos eingeladen, um gemeinsam über ein Buch zu sprechen das wir gelesen haben – Jim von Verena Kessler!

00:00:12: Es hat uns beide sehr bewegt und nachdem die Folge erstmal natürlich auf ihrem Kanal veröffentlicht wurde darf sie jetzt auch hier gesendet werden denn unser Gespräch möchte ich dir auf keinen Fall vorenthalten.

00:00:37: Die Leserinnen, der Podcast über feministische Bücher

00:00:40: für alle die gerne lesen oder lesen

00:00:42: lassen.

00:00:43: Mein Name ist Christina.

00:00:45: Viel Spaß beim hören!

00:00:56: Ich habe Gewaltfantasien – ich sag's im Zimmer ganz klar.

00:01:00: Ich habe diese Sehnsucht nach Dominanz... ...nach

00:01:04: Kontrolle.

00:01:05: Du wirst dich nicht wiedererkennen bis Weihnachten und nicht so, oh geil, bis Weihnacht.

00:01:09: Das klingt interessant wenn du die Hose dann wieder besser passt.

00:01:12: Bevor das Gym mein Wohlfühlort war War die Arbeit mein Wulfenort?

00:01:16: Das Büro!

00:01:17: Verstehst du, erwachsene Menschen.

00:01:20: Kaffeemaschine ich muss keinen Mittag kochen.

00:01:23: gibt es noch was Schöneres auf der Welt?

00:01:26: Wenn wir nicht patriarchal leben würden dann würden ja all diese Wettbewerbsdynamiken wegfallen.

00:01:37: Hier ist Susi von Verbitter Talentlos.

00:01:40: Heute geht es um den Roman Jim, von Virena Kessler mein persönliches Lieblingsbuch, ein Buch über weibliche Muskeln, weiblich Gewaltfantasien und Kontrollzwang.

00:01:54: mit dem konnte ich mich einfach total gut identifizieren!

00:01:57: Ich hatte dieses Scheitern am Ehrgeiz Und diese Sehnsucht nach Dominanz ist so beschäftigt, es bei mir auch ein kleines Dauerthema.

00:02:06: Es gibt übrigens dazu auch schon die Folge, ähm ... Die heißt lasst mich kurz sagen leg dir einen inneren Mann an verlinke ich euch nochmal und es wird Zeit dass sich einfach mal darüber sprechen kann.

00:02:18: Es muss raus!

00:02:19: Und dafür habe ich mir heute eine lang ersehnte Gäste eingeladen und zwar ist sie Host von dem Podcast die Leserin.

00:02:29: Sie podcastet regelmäßig zu feministischen Büchern, ich sage immer ganz gerne wir sind so Podcastschwestern weil ja beide im selben Jahr unsere Podcast quasi gegründet und tauschen uns seither aus unterstützen uns.

00:02:44: die Leserinnen waren auch bei dem Happy fucking Mother's Day am Start und haben eine tolle Folge gemacht.

00:02:50: Ich verlinke euch die auch gern nochmal.

00:02:52: liebe Christina endlich bist du bei verbitter talentlos.

00:02:56: herzlich willkommen dass du da bist.

00:02:59: Vielen Dank für die Einladung!

00:03:01: Ich bin ein bisschen erkältet, ich hoffe es stört dich nicht da draußen beim Zuhören.

00:03:05: Susanne, ich würde sogar so weit gehen, findet es seine Podcast-Freundschaft.

00:03:29: Wahnsinn, der sich da schon breit macht.

00:03:32: Und da sind wir auch schon genau im Thema drin.

00:03:34: Christina ich weiß du bist eine sehr aufmerksame Leserin und du bist das ja eh gewohnt in deinem Podcast gute Kurzzusammenfassung zu machen.

00:03:42: deswegen könntest du versuchen kurz mal zu sagen was wir in diesem Roman lesen ohne zu spoilern weil ich will natürlich dass meine HörerInnen dieses Buch sich besorgen und durchlesen und es hat so ein paar Ganz gute Überraschungsmomente, die wir vielleicht nicht im Podcast erwähnen wollen.

00:04:01: Nee!

00:04:01: Die Twists sind echt großartig und wer auch Filme und Serien mit guten Twits mag, der wird das Buch lieben.

00:04:07: Verena Kessler hat mit Jim wirklich einen großartigen Roman geliefert.

00:04:12: Es geht um eine Frau, die – man weiß am Anfang nicht warum – im Moment arbeitslos ist und auf der Suche nach einem neuen Job Und es ist irgendwie schon relativ klar, dass der Job um den sie sich bewirbt und wo sie reinschlittert.

00:04:25: Das nicht ganz so normalerweise ihr Level.

00:04:28: Man erfährt aber am Anfang nicht genau warum.

00:04:30: Und sie ist auch nicht so richtig in Shape!

00:04:33: Also Sie hat sich ein bisschen gehen lassen... Aber sie steht also jetzt im Fitnessstudio ausgerechnet, bewirbtsig und auf die Frage so ob sie sich denn auch identifiziert mit dem Lifestyle und so fällt ihr nichts anderes ein als zu sagen.

00:04:50: Ja, sie hat ja gerade eben erst im Bunden also Sie hatten Baby und deshalb ist sie nicht so richtig in Shape aber eigentlich ist es halt total ihr Leben.

00:04:59: Fitness und Sport ist super Ihr Ding!

00:05:03: Und das auch eine großartige Geschichte weil der Fitnessstudio Besitzer Feminist ist, wie er sich selbst bezeichnet.

00:05:10: Gibt ihr also den Job und sie fängt an am Tresen da wo die Shakes gemacht werden und so in einem Fitnessstudio zu arbeiten?

00:05:19: Und das allein der Anfang ist schon so subtil mit Hins bestückt ja dass man schon da total neugierig ist und gleichzeitig ist es skurril weil man denkt what the hell!

00:05:31: Also das erste Ding was ein eigentlich gleich auf der ersten Seite reinzieht ist diese Lüge.

00:05:36: Sie sagt zu dem Chef, dass sie an ihrem After-Baby-Buddy gerade noch arbeitet.

00:05:42: Und da war ich schon komplett hooked!

00:05:44: Allerdings gab es bei mir noch so einen zweiten Aspekt und das war... Das Gym als Wohlfühlort.

00:05:50: Irgendwie hat man ja das Gefühl, sie lügt.

00:05:55: Weil sie nicht wird das so eine Kaskade und alles wird ganz schlimm und unangenehm.

00:05:58: Und du hast ja auch angedeutet, die kommt eigentlich aus einem White-Color Job also aus einem eher gehobenen Job wo man ein Studium braucht dafür

00:06:05: usw.,

00:06:06: dass es irgendwie jetzt alles ganz schlimm wird und sich da gar nicht wohlfühlt.

00:06:09: und dann wird dieses Gym zu ihrem Wohlfühlort.

00:06:12: Sie beschreibt die glänzenden Oberflächen.

00:06:14: Alles ist sauber!

00:06:15: Es riecht nach frisch gewaschenen Handtüchern.

00:06:19: Das fand ich erst mal total geil weil... Wir hatten gerade das Thema Erkältung, also ich hab jetzt seit drei Jahren ein Gym-Abo und mach aber erst seit vier Wochen Sport dort.

00:06:30: Und zwar bin ich einfach so an den Geräten vorbei direkt in die Sauna gegangen mit

00:06:36: meiner Sporttasche!

00:06:37: Weil ich war so fertig, das war ne Babyjahre von meinem Kind dann Corona.

00:06:43: Ich war dauererkältet, ich hatte ein Exem im Gesicht... ...ich hatte Entzündung bis hin zum... ich hatte an meinem großen C so eine Entzindung dass ich nicht mehr laufen konnte wo ich noch so dachte, ne so zum Thema Leistungsdruck.

00:06:55: Es kann nicht sein, dass ein C mich jetzt daran hindert zur Arbeit zu gehen weil bevor das Gym mein Wohlfühlort war, war die Arbeit mein Wohlfühl-Ort!

00:07:06: Das Büro,

00:07:08: verstehst du?

00:07:08: Erwachsene Menschen.

00:07:10: Kaffeemaschine!

00:07:12: Ich muss keinen Mittag kochen.

00:07:14: Gibt es noch was Schöneres auf der

00:07:16: Welt?".

00:07:16: Hallo also ich arbeite in einem Bürojob das muss man dazu sagen.

00:07:19: Das ist natürlich schon privilegiert und ich habe sehr nette KollegInnen.

00:07:22: so und dann weiß ich noch dass mein Kollege noch meinte dass ich ein bisschen kränklich aussehe was man natürlich nicht gerne hört.

00:07:29: aber tatsächlich hab' ich die ganze Zeit so gesprochen weil ich totale Schmerzen hatte.

00:07:34: Und dann meint ich, ja Entzündung und so weiter.

00:07:37: Und dann sagt ihr der, du musst irgendwas machen jetzt.

00:07:40: Du musst mal raus aus der Wohnung.

00:07:42: Du muss dich ein bisschen erholen.

00:07:46: Dann mach dir doch einen Jim-Abo!

00:07:48: Und dann geh halt da einfach nur, leg dich dahin, nimm dir ein Buch mit oder so... ...und geh in die Sauna

00:07:53: da!".

00:07:54: Und dann dachte ich scheiße, kann man das machen?

00:07:56: Kann man so ein Gym-Abo machen und nicht an die Geräte gehen.

00:07:58: Weil für mich war das der schlimmste Ort der Welt einfach.

00:08:02: Also Leute gehen auf irgendwelche Geräten... ...und es läuft noch Radsport im Fernsehen oder sowas!

00:08:09: Dann hab' ich das gemacht und da erst mal wieder... Ich habe da geschlafen!

00:08:14: Schön sauner, dann im Ruhr bin ich einfach mal eine Stunde geschlaft.

00:08:17: So was.

00:08:18: Ich meine, das muss man sich leisten können dafür Geld zu bezahlen damit man so einen Raum hat oder so.

00:08:23: und deswegen würde ich sagen mittlerweile ist Jim also die sind auch so nett da alle

00:08:27: es ist sauber!

00:08:29: Ich wasche mir da die Haare mal in der Dusche schön in Ruhe.

00:08:32: weißt du was ich mein?

00:08:34: Und das war schon so das erste wo ich so dachte dass Jim als Ort der Erholung gar nicht so sehr als Ort Der Selbstoptimierung sondern als Refugium für geschundene Körper des Neoliberalismus.

00:08:50: Das fand ich schon so den ersten geilen

00:08:51: Move!

00:08:52: Also erst mal das Gym als Wohl für ein Ort, dass du es gemacht hast finde ich super.

00:08:57: Für mich war Gym immer hauptsächlich so einen Ort wo ich versuche noch irgendwas rein zu quetschen und noch irgendwie so ein Ding durchzuziehen weil naja aus schlechten Gewissen gar nicht nur aus Selbstoptimierung sondern auch so... Aus gesundheitlichen Gründen und so.

00:09:13: Rückenfit, und so... Genau!

00:09:16: Wir wollen ja alle alt und ganz gesund bleiben Und gleichzeitig irgendwie politisch würde man das natürlich dritte Orte nennen.

00:09:23: Wie traurig ist es?

00:09:24: So eine nette Mama irgendwie die zu Hause gar nicht entspannen kann und dann sich so einen Ort suchen muss.

00:09:30: und jetzt muss mal bei mir überlegen Was gibt's da noch für Alternativen?

00:09:34: Da gibt's überhaupt nicht viele Alternatifen wohin man sich flüchten kann um einfach mal zu zu Chelexen, außer ins Büro.

00:09:41: und da ist du absolut recht.

00:09:43: Irgendwie in Ruhe es sich nur auf eine Sache konzentrieren zu müssen!

00:09:46: Wenn Du Zuhause bist machst Du ja automatisch drei, vier, fünf oder zehn Sachen gleichzeitig ein Kindergeburtstag planen die Waschmaschine sich um die Kinder kümmern, noch eine Brotzeit irgendwie nebenbei noch eine E-Mail beantworten.

00:09:58: Also ich meine es sind so viele Dinge und im Büro muss man sich nur auf eine Sache konzentrieren und dann bekommt auch noch Geld dafür und

00:10:04: Kaffee.".

00:10:05: Aber meine erste Assoziation war ein bisschen die Halbinsel von Christine Bilcau.

00:10:11: Wir haben also bei den Leserinnen im Buchclub drüber gesprochen über das Buch.

00:10:14: Es ist ein Roman über eine Mutter oder eine Tochter und die Tochter hat auch einen Jobverlust Und die fängt dann in der Bäckerei an und für die Mutter ist es in dem Buch total schrecklich.

00:10:24: Also, sie hat jetzt irgendwie so viel geopfert für ihr Kind damit das irgendwie studieren kann und tolle Sachen machen können.

00:10:29: und jetzt fängt die in der Bäckerei ein und find's erst mal gut!

00:10:33: Und wildes Kind jetzt für immer in einer Bäckerei arbeiten oh Gott ja?

00:10:36: Und diese Gedanken sind mir als Erstes in den Kopf geschossen... ...und auch so wie ich früher an die Sachen rangegangen bin natürlich auch noch ohne finanziell so großen finanziellen Druck, wo ich dachte gut.

00:10:47: Ich meine jetzt nix geht dann setze ich mich halt irgendwo an die Kasse und so ein bisschen dachte ich ist eigentlich gar nicht so übel.

00:10:55: erst mal so einen Job gerade wenn du hast gesagt white-collared job in einem sehr anspruchsvollen Kopfjob vielleicht mit Verantwortung vielleicht auch für viel Geld vielleicht auch.

00:11:05: Dann ist es vielleicht ganz schön, wenn du hauptsächlich dafür verantwortlich bist was kein Staub in den Regalen liegt und dass die Protein-Boxen schön dastehen und das der Shake irgendwie gemacht wird und danach der Mixer irgendwie sauber isst.

00:11:20: Das stelle ich mir manchmal auch ganz schön vor.

00:11:22: Man muss nichts denken.

00:11:23: Ja?

00:11:24: Du hast nicht soviel Verantwortung!

00:11:26: Das

00:11:26: ging mir übrigens auch so und ich hatte mir noch aufgeschrieben aus unserem Vorgespräch da hast du gesagt... Manchmal will ich einfach nur Thread Wife sein.

00:11:35: Denn mir hat es auch so geschrieben, als ich das gelesen habe.

00:11:39: Weil das so aufgegangen ist für sie, weil ich eben auch dachte ach du Scheiße!

00:11:43: Jetzt muss sie Shakes machen jetzt muss sie putzen Das ist ja horrormäßig und die ganzen Leute, die da kommen und ja auf dem Arsch gucken Aber es geht voll auch für Sie Und sie merkt auf einmal wie was von ihr abfällt Nämlich diese Verantwortung und dieser Druck den sie vorher hatte.

00:11:57: Und dann hab' ich auch so gedacht Also Ja Ich liebe meinen Job aber Es geht natürlich immer so darum Auch schwierige Aufgaben zu lösen ich jetzt mal auch Konfliktsituationen vielleicht zu bewältigen, sich weiterzuentwickeln.

00:12:10: So jetzt komme ich aus dem Kommunikationsdesign und dann gibt es diese Themen wie KI- und Bildgeneratoren.

00:12:16: und wie positioniere ich mich da mit meinen Fähigkeiten?

00:12:19: Und muss ich neue Programme lernen oder muss ich mich... Also ganz viele Fragen und Sorgen.

00:12:24: und kann ich da überhaupt bis zur Rente irgendwie bleiben und so weiter?

00:12:28: Habe ich da Aufstiegschancen?

00:12:29: Wie entwickelte ich mich hier?

00:12:31: und auf einmal die Vorstellung Ich komm da hin, ich mach dann so... Das ist auch übrigens sehr gut.

00:12:37: Verena Kessler hat wirklich ein Superhumor weil die Shakes heißen dann so muscle-hustle und so ganz niedlich.

00:12:44: Machst dann so einen Shake!

00:12:46: Und trotzdem ist es als irgendwie entspannt beschrieben.

00:12:48: weißt du nicht?

00:12:48: So wie Anna Aldikasse wo du wirklich Stress hast und die Leute dann noch rumpöbeln?

00:12:52: das Problem merkt man natürlich relativ schnell.

00:12:55: Es stellt sich eine Monotonie ein und Die finanzielle Situation ist eben auch eine andere.

00:13:03: Man verdient einfach nicht so viel Geld damit.

00:13:05: und dann merken wir auch relativ schnell, da kommen wir wieder ins Hamsterrad zurück.

00:13:09: ich würde gerne mit dir ganz gern mal über diese Weiblichkeit sprechen weil es kommen jetzt so verschiedene Komponenten dazu.

00:13:17: das eine ist sie fängt an zu trainieren.

00:13:20: Jetzt denkt man erstmal so wenn ich höre Jim ne Frau fängt Anzutrainieren Dann denke Ich Erst Mal Aha Bauch Beine Po Sie will Skinny werden Aber in diesem Fall ist es so, dass sie Bodybuilding macht.

00:13:35: Also sie baut Muskeln auf – richtig viele muskeln auf!

00:13:38: Und das andere ist, dass man sich irgendwie immer fragt was da vor passiert?

00:13:43: Das ist der Handlungsstrang, der dann quasi so hinten rum sich noch entwickelt.

00:13:48: Was ist in ihrem alten Job passiert?

00:13:50: Warum hat sie diesen Job verloren?

00:13:51: und was ist da

00:13:52: los?!

00:13:53: Da erfährt man dann, dass die eigentlich komplett erschöpft

00:13:59: war…

00:14:01: dass dieses ganze Buch, ohne das ich jetzt sage wie aber in einem völligen Exzess nenn'nicht's mal.

00:14:11: Auf geht!

00:14:12: Ja?

00:14:13: Und da haben wir es so mit verschiedenen Körperbildern zu tun die

00:14:18: alle

00:14:19: für mich eigentlich mit nem weiblichen Stereotyp im Widerspruch stehen und da eine Art von Protest oder Rebellion Ambivalenz aufmachen, aber da auch sehr viele Fragen für mich entstanden sind.

00:14:36: Weil alle Körper auf ihre Art nicht

00:14:39: funktionieren.".

00:14:40: Ja ich glaube man muss vielleicht einen Schritt zurück machen.

00:14:43: am Anfang geht es ja wie sie's nennen?

00:14:46: Nicht in Shape sozusagen.

00:14:48: also das wird nicht näher beschrieben was sich auch ganz schön findet dass dann nicht mehr darauf eingegangen wird was diese Unzulänglichkeit genau bedeutet.

00:14:56: Aber es ist klar, dass sie optisch nicht sofort reinpasst als Angestellte vom Mega-Gym.

00:15:03: Das heißt er hat ja auch noch so einen geilen Namen und da trifft sofort eine Anspruchshaltung auf Sie also der Chef, der sagt dann Mensch ich mach dir ein Trainingsplan, dann kannst du wieder anfangen und pass auf deinen Beckenboden auf und so ne?

00:15:18: Also richtig nett will ihr praktisch deine Hand reichen und denkt eben, er schlägt da jetzt eh eine Kerbe die sowieso schon da ist.

00:15:27: Weil sie hat ja gesagt das ist voll ihr Ding, Fitness, Lifestyle super duper!

00:15:32: Und sie fängt also ganz langsam an und fängt an sich zu transformieren und ich habe auch eine Lesestelle dazu mitgebracht weil ich diese Transformation erstmal ganz interessant finde und da hat man schon als Lesende erst mal so das Gefühl okay jetzt bin ich glaube ich auf der Spur von irgendwas.

00:15:46: und weil sie fängt an sich anzupassen an diesen Job Und auf Seite achtundfünfzig wird es irgendwie ganz klar.

00:15:53: Ich liess mal was, ja?

00:15:55: Ja

00:15:55: gerne!

00:15:56: Von dann kannte ich keine Scham mehr.

00:15:58: Jahrelang hatte ich hochgeschlossene Blusen zur Arbeit getragen.

00:16:02: Knapp unter dem Schlüsselbein zugeknöpft war verschwunden in der Neutralität meiner angemessenen Kleidung – jetzt wurde ausgepackt.

00:16:10: Ich trug kein Top mehr das nicht an irgendeiner Stelle Einblicke

00:16:13: gewährte.".

00:16:14: Manche am Rücken nur durch Dünne, sich kreuzende Träger zusammengehalten.

00:16:19: Andere hatten einen Schlitz zwischen den Brüsten oder waren an den Seiten transparent.

00:16:24: Die Farben war mit Feminin – lila, pink, rosa oder aufmerksamkeitserregende Signaltöne knallrot, neongrün orange.

00:16:32: Immer waren meine Schultern frei immer gab es den Streifen über dem bunter Leggen.

00:16:37: Ich bewegte mich nicht mehr um etwas zu erledigen.

00:16:40: ich bewegten mich um gesehen zu werden wenn ich mich streckte, um etwas aus dem oberen Regal zu holen.

00:16:46: Wenn ich mich bückte, Um den Geschirrspüler auszuräumen!

00:16:48: Wenn ich verträumt über den Dresen wischte, Meine Haare dabei wie zufällig Über meine Schulter fielen Die weichen Spitzen meiner Haare Haut

00:16:55: kitzelten.".

00:16:57: Die Wirkung zeigte sich schnell und natürlich waren es vor allem die männlichen Mitglieder, die nun häufiger bei mir bestellten.

00:17:04: Ich war die Barfrau in einer Westernkneipe Und sie waren die einsamen Cowboys.

00:17:09: Wenn ich fragte Wie immer Wenn sie dann nickten und sich an meiner Thege niederließen, ich ihnen ihren Shake mixte und mich lächelnd nach ihrem Training erkundigte, dann spürte ich, dass es da eine Spannung gab zwischen uns.

00:17:22: Eine knisternde Bestätigung, nach der ich süchtig wurde!

00:17:26: Ich war mir sicher, das ich in ihrer Fantasie eine wiederkehrende Rolle spielte – auf den Dresen zu heben, auf die Handelpunkt zu legen oder über den Gymnastikball kein Gerät das nicht geeignet gewesen wäre es seinem eigentlichen Zweck zu entfremden.

00:17:42: Immer wieder schossen mir Bilder in dem Kopf trainierte Körper nackte Haut, die Duschen der Lagerraum ein Hand über den Mund eine Zunge im Ohr schnelle Nummern, die einem Pornoglichen und mich den ganzen Tag unterhielten.

00:17:56: Dabei interessieren sie die Männer gar nicht.

00:17:57: da entwickelt sich jetzt keine wilde Sexgeschichte oder romantische Liebesgeschichte.

00:18:02: Es kickt sie einfach.

00:18:04: Sie sucht die Bestätigung, sie versucht in dem was sie tut perfekt zu werden.

00:18:12: Sie will die perfekte Vorlage – ich sag's das nicht!

00:18:16: Seien sie Will dass sie wirkt, sie will genau wie ihre Kollegin schlank sein, sie liebt die Veränderung, sie findet es geil, dass ihr Körper auf des Training anspricht und sie will diesen Effekt auch zeigen.

00:18:32: Da ist schon so ein Moment, wo man denkt... Okay.

00:18:36: What's her problem?

00:18:38: Also was klickt sie?

00:18:39: Was ist das, was sie pusht und was sie will?

00:18:42: Bei mir ist das Stichwort ganz eindeutig Dominanz.

00:18:45: Das habe ich die ganze Zeit darunter gelesen, also in allen Szenarien im Büro-Szenario versucht sie eine Dominanz zu erreichen und zwar indem Sie sich anpasst, indem sie das macht was von Frauen im Bürow erwartet wird, des Blüßchen ordentlich gebügelt und hoch geschlossen, die Beine rasiert und wahrscheinlich ein leichten Absatz und richtig high performance mäßig.

00:19:07: Also sie will die Beste sein!

00:19:09: Und dafür tritt sie auch eventuelle Konkurrenz weg.

00:19:13: Dann im Mega-Gym ist auch dieses, was du es fand ich ganz schön ... Es geht ihr gar nicht

00:19:18: um

00:19:19: das Begehren weil sie ein Partner sucht sondern es geht ihr um das begehren, weil sie dabei eine Form der Dominanz spürt dass sie quasi in Control ist über ihren Körper und über die Wirkung, die sie auf andere hat.

00:19:35: Gleichzeitig passiert hier etwas in so einem weiblichen Ideal auch aufgeht.

00:19:42: Also ich würde sagen, in ihrem angepassten Bürokörper tut sie das auch.

00:19:48: Da versucht sie auch ein weibliches Stereotyp von.

00:19:51: Das ist ein selbstoptimierter funktionierender Bürokörper.

00:19:55: Nur da scheitert sie halt!

00:19:57: Und jetzt versucht sie es hier mit dem Training und für einen kurzen Moment zieht sie sich pinke, weitausgeschnittene Tops an.

00:20:05: Hat ein knackigen Po, trägt die Leggings... ...und man stellt sich Sie so vor wie eine Fitness-Influencerin wo alles am rechten Platz ist!

00:20:13: Das ist wie ne Rolle das ist wie ein Kostüm was sie anprobiert auch an Weiblichkeit.

00:20:19: Das finde ich auch so spannend weil Verena Kessler in allen Körpern die sie an dieser Figur ausprobiert ja auch immer wieder sagt Es ist eine Performance, es ist nicht nichts natürliches oder gottgegebenes oder was binäres sondern Weiblichkeit kann in einer großen Palette gedacht werden.

00:20:40: Oder auch nicht!

00:20:41: Also das ist die Frage Kann Weibigkeit eigentlich dominant sein?

00:20:45: Oder kommen wir dann sofort wieder in so einer männlichen Leistungslogik raus?

00:20:53: Die ist einem guten Alter, irgendwo zwischen dreißig und vierzig.

00:21:13: Sie hat schon was erreicht in ihrem Leben, die ist nicht dumm, die körperlich gesund... ...und ihr Partner wollt eigentlich mit ihr zusammenbleiben!

00:21:20: Und das reicht aber nicht.

00:21:23: Es reicht nicht.

00:21:24: Und dann fängt sie da an und sie sieht okay ich kann da einfach nicht denken cool.... Aber dann kickt irgendwas rein, irgendetwas legt wieder den Schalter um.

00:21:36: Wenn ich hier hinter der Theke stehe und Shakes mache, dann will ich verdammt noch mal die beste Shake-Macherin sein.

00:21:43: Dies gibt!

00:21:44: Und das ist aber auch nicht genug... Auch dafür habe ich eine Lesestelle.

00:21:48: So wir befinden uns auf Seite einundsiebzig.

00:21:50: Manchmal wie aus dem Nichts überkam mich eine leichte Panik.

00:21:55: In den unvorher sagbaren Momenten völliger Ruhe wenn gerade niemand in meiner Sichtweite trainierte Niemand an den Tischen saß Milly in der Berufsschule war Verhardt in seinem Büro, der Wischroboter auf seiner Station und das späte Nachmittagslicht gleißend durch die Fensterfront fiel wurde mir auf einmal bewusst dass ich keinerlei Halt hatte.

00:22:17: alles wofür ich bisher in meinem Leben gearbeitet hatte war nichts mehr wert.

00:22:23: Und was sich hier tat, hatte kein Ziel.

00:22:28: Und das finde ich super krass!

00:22:30: Das hat auch schon etwas in mir berührt.

00:22:33: also wann ist es genug.

00:22:37: Wir wollen alle People Pleaser sein, wir wollen alle geliebt werden akzeptiert, gelobt und verehrt oder bewundert der in irgendeiner Form wenigstens für kleine Dinge und sei es das wie die Einleitungen für den Kindergeburtstag besonders schön gestalten oder irgendwas.

00:22:52: Aber irgendwas muss besonderes sein!

00:22:54: Und wir wollen allen ein bisschen leuchten.

00:22:57: aber wann ist es genug?

00:22:58: Ich finde an der Geschichte dieser Protagonistin wird hat absurdum und in den Exzest und in das Extrem getrieben, dass man sich so hart an die eigene Nase fassen muss.

00:23:09: Und sagen muss, wann ist bei mir eigentlich genug?

00:23:14: Wann ist genug Deko im Haus?

00:23:16: Man isst die Wäsche freiltenfrei genug!

00:23:19: Wann sind die Kinder schlau

00:23:20: genug?!

00:23:21: Wann is der Mann glücklich genug?

00:23:22: Wenn es der Garten aufgeräumt genug.

00:23:24: also WANN IST

00:23:25: Genug?!

00:23:26: Wie erfolgreich will ich werden?

00:23:28: Wer fragt mich hinterher wie lang ich im Büro war Wenn ich irgendwann mal alt bin, also was ist wirklich wichtig?

00:23:34: Wohin streben wir eigentlich?

00:23:36: Wonach sehen sich diese Frau in diesem Buch.

00:23:39: Was will die

00:23:40: eigentlich?!

00:23:41: Worum geht es denn da eigentlich?

00:23:43: Das stimmt, das habe ich mich ehrlich gesagt auch gefragt im Bezug auf die Exit-Strategien.

00:23:47: Also wenn man jetzt sagt also der selbstoptimierte Körper funktioniert nicht, der widerständige Körper funktioniert und der exzessive Körper funktioniert auch nicht was könnte dann eine Strategie sein?

00:23:59: auch und das Interessante ist dass die Protagonistin die namenlos isst das heißt sie bildet ja auch schon die ideale Projektionsfläche dass sie ja nicht verheiratet ist.

00:24:10: Sie hat keine Kinder, sie hatten einen richtig guten Job eine hohe Bildung, richtig viel Kohle.

00:24:16: das heißt die hat ja schon ganz viel erreicht auch im Sinne sozusagen der Gleichstellung des Feminismus und

00:24:22: irgendwie

00:24:23: ist ja auch ein Widerstand auch schon in dem Lifestyle drin.

00:24:26: Sie ist nicht abhängig von einem Mann.

00:24:28: Und ich sag mal zum Thema Kehrarbeit liest man da jetzt auch nicht viel.

00:24:32: Also wenn wir jetzt zum Beispiel sagen Frauen leisten auch viel Kehrarbeit im Büro, dann würde ich sagen sieht man eher das Gegenteil.

00:24:39: also wie sie sich verhält.

00:24:40: Sie ist nicht so caring die kümmert sich auch nicht so gut um sich selber.

00:24:45: aber sie ist auch keine die irgendwelche Geburtstagskalender pflegt.

00:24:49: Da ist sie schon relativ... Jetzt könnte man sagen gut angekommen in der Selbstarmächtigung Und trotzdem ist sie unglücklich damit.

00:24:58: Zum einen lese ich da drin halt auch ein Trug, ne?

00:25:02: Eine Illusion, dass wir sagen wenn wir jetzt einen guten Job haben und wenn wir keine Kehrarbeit übernehmen und nach dieser patriarchalen Leistungslogik uns immer weiter nach oben hamstern auf der Karriereleiter das macht nicht glücklich.

00:25:16: Einfach so als Experimentier-Labor von Verena Kessler sehen, dass sie gesagt hat, lass doch mal versuchen was passiert.

00:25:22: Wenn wir Weiblichkeit jetzt in eine patriarchale Leistungslogik aufgehen lassen?

00:25:26: Aha funktioniert nicht!

00:25:28: Und das andere ist aber... Dass sie keine sozialen Beziehungen hat.

00:25:33: Sie hat keinen... Also es wird nicht von Freundinnen gesprochen.

00:25:36: auch die Beziehung, die sie im Gym pflegt.

00:25:38: Die sind sehr oberflächlich.

00:25:41: Sie hatte so ein Boyfriend... Ich glaube sie mag ihn gar nicht so richtig ehrlich gesagt

00:25:46: Aber eher sie schon.

00:25:48: Aber du hattest gerade in deiner Lesestelle auch das Wort Halt und das Wort Sicherheit, also ich hab nicht das Gefühl dass Sie sich im diesem Job sicher- und stabil fühlt oder wohlfühlt überhaupt.

00:26:04: Es gibt diesen Chef den Sie hast und Ihr Ziel ist irgendwie Noch diesen einen Karriere Schritt, dann kriege ich mein eigenes Büro im Ausland.

00:26:14: Dann habe die Abteilung, da bin ich von diesem Chef weg und dann kann ich ins Gestalten kommen

00:26:19: vielleicht.".

00:26:20: Auch das ist glaube ich eine Illusion.

00:26:23: Noch dieses eine Ding, noch diese eine Aufgabe abgeben, noch die eine Woche schaffen, noch ein bisschen mehr gehalten und dann schaffen wir es aber... Das ist natürlich auch ne ganz große Sinnfrage!

00:26:34: Wo wollen wir hin im Leben?

00:26:35: Und ich glaube, dieser Aspekt des Gestaltens.

00:26:37: Also wie doll fühle ich mich von äußeren Umständen eigentlich eingezwenkt und der Versuch sich davon zu befreien hat ja ganz viel mit Privilegien zu tun und in dieser Welt mit männlichen Privilegen.

00:26:52: So lese ich das so ein bisschen.

00:26:54: Dieses es reicht nicht ist!

00:26:55: Ich will ins Gestalten kommen, ich brauche eigentlich die männlichen Prävilegieren.

00:27:00: Das endet aber in einer Katastrophe

00:27:02: sozusagen.".

00:27:03: Ja, ich glaube das ist wirklich sehr philosophisch.

00:27:06: aber wenn so ein Buch schon so viele Fragen aufwirft dann ist es genau vielleicht das was das Buch uns mitgeben will.

00:27:14: Also wo ist dein OK und kann es ein feministisches OK geben in der patriarchalen Welt?

00:27:19: Da empfehle ich auch von Theresa Bücker alle Zeit, wo genau darüber noch mal nachgedacht wird also wie viel Zeit ist okay zu haben.

00:27:28: Wie viel Zeit es ok zu arbeiten und was hat das mit Feminismus zu tun?

00:27:33: Wenn wir nicht patriarchal leben würden, dann würden ja all diese Wettbewerbsdynamiken wegfallen.

00:27:40: Wer sieht am schnellsten die Schuhe an, wer hat den größten Job, wer der längste ... Das ist sehr alles genau diese Logik!

00:27:48: Ich finde dass es eben in dem Buch auf mehreren Ebenen gespielt wird einmal durch diese Backstory, durch ihre Karrieregeschichte Und dann durch diese körperliche Geschichte, was ja ihre neue Karriere ist sozusagen.

00:28:01: Wo sie immer weiter will und wo sie auch kein Ziel sieht.

00:28:05: Wo man nicht weiß wohin soll das gehen?

00:28:07: Wo sie anfängt nur noch Proteine zu essen.

00:28:09: Wo Sie anfängt Anabolika zu nehmen weil sie will noch den nächsten Schritt und in dem nächsten Schritt.

00:28:15: Das ist so männlich!

00:28:17: Und es wird glaube ich gerade in diesem Bodybuilding wird es so krass deutlich wie männliches ist.

00:28:23: Du warst ja auch zweimal bei mir im Podcast, bei die Leserinnen.

00:28:25: Da haben wir über Männlichkeit gesprochen.

00:28:27: Da hatte ich kurz vorher im Internet diese Studie gesehen, dass man Frauen gefragt hat, welchen Typen findest du sexier?

00:28:34: Denen der so ein bisschen soft ist mit einem kleinen Minibauchansatz oder den, der superdurchtrainiert ist und da war klar okay, die Männer finden den durchtrainierten, erstrebenswerte und geiler Und die wollen so aussehen und die Frauen haben gesagt, das gefällt uns gar nicht.

00:28:51: Das ist genau das was ja auch durchkommt.

00:28:53: irgendwie Männer streben hier nach einem Ideal dass es gar nicht gibt.

00:28:58: aber was sind denn dann die Ideale die wir haben?

00:29:00: Und haben wir überhaupt für unsere Leben solche Ideale?

00:29:05: Wir können ja nur das Spiel der Männer mitspielen!

00:29:07: Wir können nur die Karrieren der Männer mit leben.

00:29:10: oder wie Theresa Bücker sagt, es gibt keine atmenen Lebensläufe.

00:29:14: Die Zäsuren die Kehrarbeit, die Schwangerschaften, die Erziehungszeiten mit berücksichtigen oder auch Pflegezeiten also die in Wellen funktionieren sondern eine männliche Karriere oder eigentlich im Moment die menschliche Karrière ist immer nach oben.

00:29:29: Es muss immer eine Entwicklung nach oben sein und auch eine wirtschaftliche Entwicklung, da wären wir wieder bei Öko-Feminismus.

00:29:36: Auch eine wirenschaftliche Entwicklung muss immer noch oben sein!

00:29:39: Es gibt nie einen Genug sondern es ist immer nur erfolgreich wenn es wächst, wächst ,wächst, es muss immer mehr sein.

00:29:47: aber warum?

00:29:48: Warum muss es immer mehr werden?

00:29:50: also wo ist der Punkt wo wir sagen und dann nehme ich mich nicht raus ja das ist ein großes Thema Vor allem weil ich immer so viele Dinge gleichzeitig tun will und das Gefühl habe meine Stunden und Tage sind zu kurz, mein Leben vielleicht.

00:30:04: Was ist okay?

00:30:05: Also was will ich denn sein oder erreichen in meinem Leben?

00:30:09: Wo lege ich wirklich die Schwerpunkte und schaffe ich es durchzuhalten?

00:30:13: Und wenn nicht woran liegt es?

00:30:15: Liegt es wirklich an mir?

00:30:17: Also haben wir in diesem Roman eine Frau, die einfach Koko in der Loco ist, einfach ein bisschen Bananas in der Birne.

00:30:25: Oder ist es eine Frau, die einfach dieses Systeme so krass verinnerlicht hat.

00:30:30: Dass sie wie Blut durch ihre Adern fließen und überhaupt nicht raus kann?

00:30:35: Also in einem Extrem... Und das muss ja der Roman!

00:30:38: Dafür wollen wir, dafür lieben wir Literatur.

00:30:40: Dass Sie uns extreme Vorhalten wie Spiegel.

00:30:43: Aber das steckt in allen von uns.

00:30:45: Du sagst auch ich geh ins Büro und da will ich mich doch weiterentwickeln in meinem Job und dann habe ich neue Anforderungen.

00:30:50: Da muss ich mit klarkommen, da muss ich mich anpassen So, aber wo ist denn das okay?

00:30:55: Also wo is ok?

00:30:57: viel Geld.

00:30:58: Damit können wir gut leben!

00:31:00: Wir fahren einmal oder zweimal im Jahr einen Urlaub und haben ein Auto und eine Wohnung die cool ist – und die Kinder können auch mal beim Einkaufen sich ne Zeitschrift aussuchen.

00:31:11: Also wo ist es okay?

00:31:12: Wann haben wir den Punkt erreicht, wo wir sagen können

00:31:16: relax?!

00:31:17: Du bist an deinem sweet Spot im Leben.

00:31:19: Das ist der Ort, an den du wolltest!

00:31:22: Wo du Freiheit hast, wo du selbstbestimmt sein kannst... Aber wir sind nicht selbstbestimmt, wir sind fremdbestimmt durch diese Ziele die einfach auf uns drauf ploppen.

00:31:32: Wir können gar nichts dagegen tun sondern es fällt einfach auf und das ist total verrückt

00:31:38: Ja ja aber das meinte ich damit dass das größte Ziel erstmal eine Form des Sicherheitsgefühls ist.

00:31:45: Also ich fühle mich sehr instabil in meinem Leben.

00:31:48: Sowohl von einer ökonomischen Situation, weil ich bin frei beruflich, das kann immer jederzeit sehr schwierig werden.

00:31:55: und aber auch diese Erschöpfung, diese Unbändige... Ich glaube dass der Konsum oder tolle Urlaube usw.

00:32:03: auch Kompensationsmaßnahmen sind eben für Erschöpfung, das heißt wer ich nicht so erschöpft würden sicher auch ganz andere Ansprüche wahrscheinlich wieder entwickeln und ich glaube dass ein Vergleichen natürlich immer passiert.

00:32:18: Also man guckt ja, wo stehe ich hier irgendwie auch in dieser Gesellschaft?

00:32:22: Wo sind diese Abstiegs gefahren?

00:32:25: und was gibt's dann noch für Lebensstile die denn erstrehmenswert erscheinen sag' ich jetzt mal.

00:32:31: Und diese Illusion von Gestaltung und von Sicherheit sozusagen ausstrahlen.

00:32:35: Das ist ja auch das, was den Kapitalismus so reizvoll macht immer dieses So nach oben hinschauen und du kannst es schaffen.

00:32:43: Du musst dich nur genug anstrengen und dabei verschleißen wir uns dann alle zwischendurch.

00:32:48: Was ich ganz wichtig fand, was du gerade gesagt hast die Frage Ist es eigentlich pathologisch oder ist das normal?

00:32:56: Also, es ist jetzt in dem Roman sehr schwierig, das nicht zu enthöhlen.

00:32:59: Aber ich sag mal sie flippt wirklich aus!

00:33:02: Das geht in der Richtung... also gewalttätig, ja so.

00:33:07: Wo man jetzt sagen würde naja, das ist ja nicht normal, da kann sie ja nicht machen.

00:33:13: und auf der anderen Seite würde ich sagen dass alle Strategien die sie anwendet innerhalb dieser neoliberalen Logik Anpassungsverhalten sind die total nachvollziehbar sind, also die Perfektion dieses absolute Leistung bringen.

00:33:29: Dieses immer weiter, immer mehr, immer höher... Die Beste sein wollen und so weiter.

00:33:34: Muskelaufbau?

00:33:35: Sobald wir das auf Männlichkeit übertragen und Anabolika und die ganze Bodybuilding Szene haben wir überhaupt keine Pathologie-Diskurse mehr!

00:33:44: Das ist jetzt auf einmal einfach nur eine Kunstform oder eine Sportform.

00:33:50: Es hängt eben ganz stark auch an ihrem Gender, dass wir irgendwie spüren sie ist komisch das ist irgendwie das merkwürdig.

00:33:58: ich habe so ein feministisches Theorielbuch über Körper und Weiblichkeit in der gute Stelle gefunden von Susan Bordo und sie hat eigentlich geforscht zu Anorexie, und das ist ja auch eine krasse Körpertransformation.

00:34:15: Sie beschreibt darin ein krasses Anpassungsverhalten von weiblichen Körpern an diesen Anspruch klein zu sein, leise zu sein wenig zu sein unauffällig zu sein unnatürlich begehrlich zu sein also schlank zu sein dünn zu sein schön zu sein.

00:34:33: Das könnten wir im Prinzip auch auf Jim übertragen, nur dass sie nicht in dieses Schlang dünn schön reingeht.

00:34:40: Sondern sie transformiert ihren Körper auf eine ganz exzessive Weise dann in die andere Richtung.

00:34:45: Susan Bordo sagt es ist eine Machterfahrung es den Körper zu transformieren jetzt in die eine oder andere Richtung aber eben auch zutiefst gefährlich und illusionär.

00:34:57: Den eigenen Körper in Richtung eines männlichen Körpers umzuformen bedeutet männliche Macht und männliche Privilegien anzunehmen.

00:35:06: Es ist als würden diese Körper, also diese transformierten in ihrem Fall anorektischen Körper aber wir könnten es auch auf diese Bodybuilding-Körper beziehen zu uns sprechen von der Pathologie und Gewalt die unter der Oberfläche der normalen Weiblichkeit schlummern und jederzeit hervorbrechen können.

00:35:24: sie sagt dass Gewalt und krankhaftes Verhalten schon Teil des weiblichen Körpers ist, egal was wir tun.

00:35:33: Halten wie Diät nehmen ab und versuchen unseren Körper sozusagen zu verkleinern.

00:35:39: dann bedienen wir diese Erwartung an weibliche Körper die aus der patriarchalen Gewalt stammen und in eine anderen Richtung aber auch weil es immer aus diesem Gefühl geboren ist mein Körper muss anders sein als er isst Aus einer Feinschaft mit dem eigenen Körper.

00:35:55: Dann sagt sie kein Wunder also, dass ein beständiges Motiv in der feministischen Literatur über weibliche Störungen jenes der Pathologie des verkörperten Protestes ist.

00:36:07: Unbewusster, ungeformter und kontraproduktiver Protest ohne wirksame Sprache, Stimme oder Politik – aber dennoch Protest!

00:36:17: Und das ist das Perfide finde ich.

00:36:19: was an dem Roman so eine tolle Sockwirkung hat, ist widerständig in allen ihren Formen des Scheiterns.

00:36:29: Sie scheitert an dem neoliberalen Körper, sie scheiterte an diesen Bodybuilding-Ding irgendwie.

00:36:36: aber sie bricht auch immer aus weiblichen Stereotypen aus und sie übt ja auch eine Form von Dominanz und Macht aus.

00:36:44: Und das finde ich so spannend weil wenn wir es einfach nur als Roman lesen über einen Kranke Frau?

00:36:50: Dann ist es langweilig, finde ich jetzt.

00:36:53: Also dann könnte man's ins Genre Thriller oder so einordnen.

00:36:57: Aber ich find's eher spannender.

00:36:59: Wo sind denn die Stellen, die eben auch in mir drin sind?

00:37:02: Deswegen hab' ich auch als Huck gesagt Ich habe Gewaltfantasien!

00:37:06: Ich sag's jetzt immer ganz klar... Kontrolle, auch zu lesen wie das auf einmal aufgeht.

00:37:18: Das Training und dann plopp-plop-plopp kommen die Muskeln da raus.

00:37:21: Da hab ich so gedacht, was könntest du auch machen Susi?

00:37:24: Mach doch einfach!

00:37:26: Das könntest Du

00:37:27: auch!

00:37:27: Das würde sich so geil anfühlen.

00:37:29: Ich habe das alles in mir drin.

00:37:30: Voll!

00:37:31: Selbst diese ekelhafte Ernährungskur, die sie dann macht... Also sie macht sich im Thermomix

00:37:38: Rohrhühnerbrust.

00:37:39: Dann macht sie sich ein Brei.

00:37:41: Sie ist harzer in raunem Mengen Und ich hab so gedacht, es ist so geil wenn man das überwinden könnte irgendwie Mittags zu denken was essig heute und einfach so als sich irgendwas reinziehen dann satt sein so Astronautennahrung.

00:37:56: Es ist doch alles auch ein Wunsch den Körper zu überwenden und dahinter steckt eine krasse Feinschaft mit dem Körper.

00:38:03: Ja, ich glaube aber auch das wieder systemisch.

00:38:06: Ich glaub' es ist eine Feindschaft mit dem System!

00:38:08: Du bist in einem System, in dem du keine Kontrolle hast.

00:38:11: Frauen leben im System, indem sie doch relativ wenig Kontrolle haben.

00:38:15: Selbst wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie sie haben Kontrolle so wie's der Protagonistin ja auch in ihrem Job erst geht... ...sie denkt, sie hat alles im Griff.

00:38:24: Sie hat auch diese Kollegin im Griff und sie macht alles perfekt.

00:38:28: Und sie sitzt abends und nachts und ihre Beziehung ist ja eigentlich zweitrangig kann man noch nicht mal mehr sagen, ja?

00:38:33: Also es ist ja eigentlich Wumpe.

00:38:35: Sie macht alles und sie will Kontrolle!

00:38:38: Sie will absolute Kontrolle.

00:38:40: Und als ihr diese Kontrolle wieder spürt durch jeden Sport dann geht's genau wieder los.

00:38:45: also dann hat sie halt ein anderes Outlet einen anderen Kanal gefunden.

00:38:49: was ich so interessant finde is Sie tauscht sich nie aus, ist dir das auch aufgefallen?

00:38:55: Also sie hat dann ein Vorbild in diesem Mega-Gym.

00:38:58: Da taucht eine Bodybuilderin auf und sie findet es geil!

00:39:01: Und sie sagt okay, okay, das ist der nächste Schritt... ...und ja auch interessant, sie sieht nicht die Männer und sagt Das ist der nächsten Schritt ich will dass es definierter ist und weniger fett sondern sie sieht die Bodybuilderin.

00:39:12: aber anstatt hinzugehen und zu sagen Hi wie machst du das?

00:39:16: Das sieht ja irgendwie mega cool aus.

00:39:18: vielleicht hast du ein paar Tipps für mich.

00:39:20: stattdessen will sie das ganz alleine durchziehen.

00:39:24: Sie schaut aus der Ferne, wie viel die drauflegt und sagt sich soviel Willig auch

00:39:28: schaffen.".

00:39:30: Habe ich eine Lesestelle, die ich krass fand, Seite hundertzweiunddreißig!

00:39:34: So also war das wenn man nachhaif, wenn man die Regeln losließ, die nie für alle gegolten hatten.

00:39:41: Ich wuchs über mich hinaus.

00:39:43: Plopp plopp plop – ich war breit, so breit.

00:39:48: Ich nahm keinen Raum ein.

00:39:50: Ich war der Raum.

00:39:52: Ich spürte die Kraft, wenn ich die Treppe hochstieg... ...wenn ich Obst schnitt und wenn ich Getränkekisten im Lager verräumte.

00:40:00: Schub' ich die Shakes über den Tresen musste ich aufpassen dass sie nicht überschwappten.

00:40:04: Alles war so leicht!

00:40:06: Alles gehörte mir.

00:40:09: Niemand kam an mich heran.

00:40:12: Liebe diese Stelle, ich war der

00:40:13: Raum Und da sind wir wieder in einem Punkt wo sie denkt jetzt bin ich wieder da Aber sie ist immer noch nicht da.

00:40:19: Es entgleitet ihr wieder alles und es ist auch tragisch, ihr dabei zuzuschauen.

00:40:23: aber mir ging's genau wie dir.

00:40:25: ich dachte auch so okay.

00:40:26: also ich mein bei der Gescheite ist offensichtlich super easy zu laufen.

00:40:30: wenn ich jetzt auch dreimal die Woche einfach diese kann man auch Zuhause machen einfach so ein paar Übungen und wenn man das drei mal die Woche wirklich zwanzig Minuten macht dann würde sich was verändern Und ich kriege auch nur so Programme gerade ausgeliefert.

00:40:44: Ich muss zweimal falsch abgebogen sein.

00:40:45: Jetzt werde ich die ganze Zeit re-getargeted von so Kalanatics, Military

00:40:50: Drill...

00:40:51: Du wirst dich nicht wiedererkennen bis Weihnachten und nicht so, oh geil!

00:40:54: Bis Weihnachten ist auch nicht mehr so lang.

00:40:56: Das klingt interessant wenn du die Hose dann wieder besser passt?

00:40:59: Und dann ertappe ich mich wieder selber dabei und denke so okay aber du hast eine Hose die passt Die andere die passt halt jetzt gerade nicht.

00:41:06: Und es ist jetzt grade schlimm.

00:41:08: für wen genau ist das schlimm?

00:41:10: Es ist ja nur in meinem Kopf.

00:41:12: Und was im Kopf, ist es wieder... Was ich halt gefressen habe als ideal!

00:41:17: Als das, was ich sein sollte.

00:41:19: und wo ist denn da wieder der Sweet Spot?

00:41:21: Du kannst es auf alles übertragen.

00:41:23: Wann ist es genug Geld?

00:41:24: Wann bist du dünn genug?

00:41:26: Wenn bist du berühmt

00:41:27: genug?!

00:41:28: Ich meine wir machen Podcasts.

00:41:29: Wohin sind wir groß genug?

00:41:30: wann haben wir genug Töre innen?

00:41:34: Wenn wir monitorisieren.

00:41:36: Ach, da fällt mir gerade ein!

00:41:37: Da will grad so schön übers Geld reden... Ihr Lieben Ich mache diesen Podcast kostenlos und ich muss wirklich sagen, das ist echt schwierig.

00:42:10: fängt schon bei drei Euro an.

00:42:12: Damit zeigt ihr euch natürlich auch solidarisch gegenüber unabhängigen feministischen Inhalten, die es sowieso... auf allen Plattformen, egal ob Spotify oder Insta oder sonst wo im Discovery Mode einfach gerade sehr schwer haben.

00:42:27: Also da würde ich mich sehr freuen wenn ihr da vorbeischaut.

00:42:29: Link ist in den Show Notes.

00:42:30: außerdem findet ihr auf Steady My Newsletter.

00:42:33: dort bekommt ihr meine feministischen Tipps für Bücher Doku Serien Podcast und so weiter.

00:42:41: Und als Gudi Gibt es diesen Monat eine Buchverlosung für alle meine Mitglieder und Abonnentinnen des Newsletters?

00:42:49: Und ihr könnt ein Exemplar von Jim gewinnen.

00:42:53: Der Hansa-Verlag Berlin hat mir netterweise einen Belegexemplar zur Verfügung gestellt, danke an dieser Stelle!

00:42:59: Und das möchte ich gerne an euch weitergeben.

00:43:01: also falls ihr noch nicht da seid einfach schnell den Newsletter abonnieren oder noch bessere Mitgliedschaft abschießen schreibt mir eine Mail dass ihr an dem Gewinnspiel teilnehmen wollt.

00:43:11: alle Infos auch nochmal in den Show-Notes und dann wünsche ich euch ganz viel Glück.

00:43:16: Jetzt muss ich erstmal wieder reinkommen ins Thema.

00:43:19: Ach genau, wunderschöne Stelle.

00:43:20: Ich war der Raum ein absoluter Lieblingssatz in dem ganzen Buch und jetzt weiß ich auch warum mich dieses Buch so begeistert hat Denn sie ist an keiner Stelle irgendwie selbst mitleidig.

00:43:30: Es gibt ja so Romane Auch wenn es um Mutterschaft gibt oder um Körper Dass man dann einfach nur hast den Schmerz Du hast die Erschöpfung Aber sie ist immer so.

00:43:38: Okay cool!

00:43:39: Dann arbeite ich noch mehr.

00:43:39: Okay cool, dann trainiere ich nochmehr Und sie is' immer so Wenn man merkt schon Das kommt geht so leicht ins Kippen über aber sie is immer noch so.

00:43:47: Aber das ist alles supergeil.

00:43:49: Und deswegen liebe ich diese Stelle auch, weil ich finde ... Diese Begeisterung, die sie selber auf einmal über sich und ihren Körper spürt.

00:43:56: Ich finde da ist ein Überfluss.

00:43:58: Wenn Sie beschreibt, dass sie so stark ist, dass die Flaschen anfangen zu schwappern, dann denke ich mir... Das ist ja nicht so ein Überlebensmotor, wo ich jetzt bin.

00:44:07: Wo ich sage, naja, ich mache jetzt so einen erhaltenen Fitnesskurs.

00:44:10: Dass sich einfach wenn ich mal in die Knie gehe dass ich einfach die Beweglichkeit habe sondern nein das ist so ein Überschuss von Kraft wo man sagt Ich könnte Bäume ausreißen, so habe ich mich... Ich weiß nicht wann ich mich mal so gefühlt hab.

00:44:22: Ey ganz ehrlich.

00:44:23: also es muss Jahrzehnte her sein und daran habe ich auch eine sehr große Lust empfunden sowas zu spüren ein Überfluss von sozusagen körperlicher Kraft und Energie Und dann aber auch das finde ich kann man in allen Phasen weil ihr auch immer so nachvollziehen.

00:44:41: Auch in dieser Büro-Job-Situation, wo man schon merkt ... Oh fuck!

00:44:46: Die ist ganz schön durch.

00:44:47: Merkt man immer noch eine verbissene Lust am Verschleiß dann auf der anderen Seite und an keiner Stelle ist sie so ... Ach, es ist so schrecklich.

00:44:56: Ich bin so erschöpft und ich bin so allein.

00:44:58: Sondern sie versucht immer so noch nach vorne zu starten und noch einen Schritt.

00:45:02: Und ich glaube das ist ... auch etwas, was die Identifikation mit ihr für mich auch so erleichtert hat.

00:45:09: Ja aber was irgendwann dann doch wirklich sehr in den Vordergrund drängt ist dass die Frau wirklich null Komma Null Spaß in ihrem Leben hat.

00:45:16: also dir will keinen Spaß.

00:45:18: da gibt es auch so eine Stelle weil wer hat ihr Chef der Feminist?

00:45:23: Der sagt ja dann Mensch das klappt ja alles so toll.

00:45:26: und dein After Baby Body und so du kannst hier so ein Kurs anbieten.

00:45:30: Ach so herrlich!

00:45:31: Und es geht halt auch, also es funktioniert nicht so richtig gut und auf Seite hundertfünfunddreißig ist das auch eine geile Stelle.

00:45:39: Da wir heute eine etwas kleinere Gruppe sein, sagte ich ohne die Frau direkt anzusehen könnten wir ja das Programm ein wenig anpassen.

00:45:46: Es sei in der Zeit endlich richtig zuzupacken.

00:45:49: Schluss mit Larifari rumgehobst und Kaffee-Kränzchen.

00:45:52: Wir würden heute an die Handeln gehen Ordentlich was wegstemmen.

00:45:56: Das Null Gesicht hob's so zarkhaft die Hand dass ich die Meldung am liebsten ignoriert hätte.

00:46:03: Sorry, aber ich glaube, ich bin im falschen Kurs!

00:46:07: Ich musterte sie ihre Milchbrötchenhaftigkeit.

00:46:11: wie gewöhnlich konnte man sein ja offensichtlich bist du hier falsch hier und überall sonst guck dich doch mal an.

00:46:17: ich fragte trotzdem wie sie darauf kam.

00:46:20: ehrlich gesagt wollte ich eigentlich mal wieder raus andere Mütter treffen mich bewegen ein bisschen Spaß haben.

00:46:45: Also, wir haben schon zwei Exitpoints rausgefunden.

00:46:47: Wir haben Sicherheit und Spaß!

00:46:51: Und Beziehung, drei Exepoints haben wir eigentlich schon definiert im Roman.

00:46:55: Andes mit dem Spaß finde ich einen ganz wichtigen Punkt weil man gar nicht so leicht darauf kommt, weil sie das ja alles so exzessiv auslebt dass man glaubt es würde ihr Spaß machen.

00:47:05: also Sie ist in der ständigen Selbstbeherrschung Disziplin.

00:47:10: In dem Moment wo sie über sich selbst Kontrolle ausübt und sich reguliert erfährt sie auch eine Form der Genugtuung und eine Form der Kontrolle in der Wirkung sozusagen auf andere.

00:47:25: Und genau diesen Mechanismus würde ich ja als Patriarchal beschreiben, wenn wir versuchen, eine Dominanz zu kommen indem wir uns regulieren, beherrschen, disziplinieren dann sind wir sofort in dem patriarchalen Game drin.

00:47:40: Ich sehe wirklich die geborene Boss-Bitch die auch so ein Pikmi-Girl sein will, ich bin anders als die anderen.

00:47:46: Ich bin stärker als die andern!

00:47:47: Ich bin hartnäckiger als die undern... ...ich kann mich besser durchsetzener als die ANDERN!

00:47:51: Ich mach nicht so schnell schlapp wie die Anderen.

00:47:54: Ich seh sie sehr stark in diesem Männerspiel verhangen und wenn man jetzt es so völlig banal-binär sehen möchte dann fehlt ihr, finde ich, der Zugang zu ihrer Weiblichkeit Bei einer Lesestelle, die ich vorhin gelesen habe.

00:48:08: da geht's ja nicht darum dass sie sich schön findet sondern sie performt es ja.

00:48:14: Sie findet geil, dass sie sich verändert.

00:48:16: also sie findet den Erfolg geil und sie findet geil wie sie wirkt das sie jetzt irgendwie da auch jemals ein Kick daraus bekommt jemandem anderen was Gutes zu tun.

00:48:28: Das steht dann nirgendwo.

00:48:30: Auch die Persuche von ihrer Kollegin sich anzufreunden oder auch von Fair Hearts Schwester Es gibt ihr gar nichts.

00:48:37: Da kommt nichts!

00:48:38: Sie sieht nur immer Ja, Svetlana hat doch eigentlich nur diesen geilen Hintern und ansonsten ist sie so, aber warum ist die so erfolgreich?

00:48:46: Was kann man sich abgucken.

00:48:47: Was kann ich mir da

00:48:48: rausziehen?".

00:48:49: Aber dass irgendwie ... Sie einen positiven Effekt auf andere haben könnte!

00:48:55: Das es vielleicht für ein Ex-Freund schön ist, sie zu sehen, das net wäre irgendwas Freundliches zu sagen... Da kommt nichts!

00:49:03: Sie ist wie eine

00:49:03: Maschine.".

00:49:04: Also das war auch etwas was mich extrem angezogen hat an dem Roman, wie du sagst selber gar nicht, glaube ich mit der eigenen Weiblichkeit verbunden sieht sondern spielt.

00:49:15: Das ist wie ein Schauspiel und sie studiert!

00:49:17: Wie kann ich jetzt das Beste aus der Situation rausholen?

00:49:21: indem ich mich möglichst angepasst verhalte?

00:49:23: Und es finde ich auf eine Art und Weise erfrischend einfach mal auszustellen.

00:49:28: alles was wir tun ist sozusagen performativ.

00:49:31: Wir spielen das um irgendeine Wirkung zu haben und es könnte auch anders sein wir könnten andere Ideen haben Und das mag ich irgendwie ganz gerne an der Figur.

00:49:42: Auch dass sie sich so komplett von Kehrarbeit entledigt, finde ich erst mal...

00:49:45: Dass sie das Spiel der Männer so spielt?

00:49:48: Findest du Widerstand?

00:49:49: Also den Körper auch zu formen und zu transformieren.

00:49:53: Entgegen eines weiblichen Stereotyps find' ich schon eine Form des Protests.

00:49:59: aber wenn es dann ankommt wieder in ein männlich kodierten Idee von Macht ist es nicht genug, dann werden wir uns selbst beschädigen.

00:50:09: Und da kommt diese Pathologie rein, glaub

00:50:11: ich.".

00:50:12: Insofern find' ich's ambivalent so ... Es ist ein Weird Girl irgendwie ja?

00:50:17: Das fällt ihr halt auch auf die Füße!

00:50:20: Also das merkt man schon, dass diese Entledigung von Fürsorge als Währung auch bedeutet, dass sich niemand um einen selbst kümmert.

00:50:35: dir so anzuschauen, wie du sie sonst nie siehst.

00:50:38: Du siehst die durch die Augen von diesem weird girl.

00:50:41: Gleichzeitig sind da so viele Dinge, die einen total abstoßen oder befremden und das ist genau dieser spannende Blick.

00:50:47: Sie hat auf jeden Fall eine psychische Erkrankung in dem was wir als normal betrachten.

00:50:52: aber auch das wieder!

00:50:53: Wir haben über Binarität gesprochen und über Rollen.

00:50:56: Auch dass es ja wiederum... Was ist überhaupt normal?

00:51:01: In diesem System ist sie absolut nicht normal.

00:51:04: Klar,

00:51:04: der Roman verhandelt eben auch diese Grenzen der Normalität und wo kippt es?

00:51:10: in eine toxische Richtung.

00:51:12: Und interessant ist eben, also für mich ist der Zugang extrem übers Gender weil wenn du hier einen Genderflip machen würdest das würde alles auseinander fliegen und ich würde auch den Romanen in so einer Tradition der Weird Girl Fiction stellen.

00:51:23: Also wenn man sowas liest wie die Vegetarierin von Hankang Night Bitch von Rachel Yoda dann versteht man auch ein bisschen dieses Experimentieren mit Körperlichkeiten die trotzdem in der Ambivalenz bleibt.

00:51:36: Also weil am Ende von Night Bitch kann ich ja jetzt auch nicht sagen, ach cool.

00:51:41: Dann verwandel' ich mich doch in den Hund und geht's mir

00:51:43: besser.".

00:51:44: Sondern ich hab einfach nur mir mal bestimmte Fragen gestellt, auf die ich anders nicht gekommen wäre.

00:51:50: oder bei der Vegetarien hat man schon fast das Gefühl, weil sie am Ende landet, dass es eine Erlösung ist für Sie im Vergleich zu dem wo sie vorher ist!

00:52:02: Also da wird alles so ... Das, was wir als normal stehen lassen wird immer mal durchgemischt und wir kommen ins Gespräch.

00:52:13: Und das Überlegen an welchen Stellen hätte sie anders abbiegen können?

00:52:17: An welchen Ställen kann ich in meinem feministischen Widerstand und meiner patriarchalen weiblichen Sozialisierung irgendwie eine Form... von Sicherheit finden.

00:52:31: Das ist so eine Lebensaufgabe, an der wir uns halt abarbeiten und deswegen...

00:52:36: Ja aber daran arbeiten ja nur wir uns ab!

00:52:38: Du hast es ja vorhin schon gesagt.

00:52:40: Gabs den Gender Flip Ansgar, der vielleicht sich bewirbt und behauptet er hätte ne Knie-OP gehabt hat er aber gar nicht.

00:52:46: Der dann anfängt zu trainieren und Annabolika zu nehmen?

00:52:50: Das ist der langweiligste Roman in der Welt.

00:52:53: Aber die Personen um die's da geht die wird sich nicht ändern können.

00:52:57: Also egal was passiert in ihrem Leben, welche Katastrophen und Exzesse sie wird nicht anders leben können.

00:53:03: also es ist schon etwas Getriebenes und da kann man in der Lektüre einfach wahnsinnig viel mitnehmen.

00:53:10: Da möchte ich mich dir absolut anschließen!

00:53:13: Ihr Lieben

00:53:13: wenn euch der Podcast gefällt dann sagt es doch bitte euren Freundinnen weiter.

00:53:19: ihr wisst Mundpropaganda Beste Form des Weitersagens.

00:53:24: Außerdem ist es eine feministische Praxis, sich natürlich mit anderen zu verbinden und zu vernetzen und auch über diese Themen zu sprechen in die Community aufzubauen.

00:53:33: Ansonsten findet ihr mich auf Insta!

00:53:35: Ich freue mich wenn ihr liked, wenn ihr shared lasst doch mal einen Kommentar auf Spotify da.

00:53:41: Und dir Christina danke ich sehr dass du heute ausnahmsweise Mal für verbitter talentlos gelesen hast.

00:53:51: uns zu einem anderen Thema oder Buch nochmal zusammen zu podcasten und macht unbedingt bei dem Buchgewinnspiel mit.

00:53:58: Ihr habt ja gute Chancen, ansonsten wie immer bleibt unbequem ihr Lieben.

00:54:04: Ciao

00:54:04: ciao!

00:54:16: Die Leserinnen der Podcast für feministische Bücher ist komplett unabhängig.

00:54:21: das bedeutet Ich bekomme kein Geld über Werbung, ich bekomme keinen Geld von Verlagen und trotzdem gibt es Kosten die dieser Podcast verursacht.

00:54:32: Und da sind meine Zeitkosten überhaupt nicht mit berechnet sondern rein technische Kosten.

00:54:38: Damit dieser Podcast also existiert gibt es einen Steady Account bei dem man Mitglied werden kann.

00:54:44: du kannst zum Beispiel Teil des Buchklubs werden das kostenpflichtig und finanziert damit diesen Podcast oder du kannst mich im übertragenen Sinne einmal im Monat zu am Café einladen.

00:54:57: Ich trink zwar gar kein Koffein, aber das ist eine andere Geschichte!

00:55:20: Katrin aus Eichstedt, Claudia aus Friedberg, Jutta aus Friedberg.

00:55:24: Anna aus Marbach, Nicole aus Wien, Anna aus Sulzbach am Mainen, Silja, Marin aus Füssen, Gritt aus Berlin, Anja aus Norderstedt, Malene aus Köln, Franzi aus Karlsruhe, Ingeborg aus Siegen, Thurid aus Zürich, Berit, Claudia von Marbach und Stefanie aus Dümmenrohrup Babis aus Wien, Sandra aus Bielefeld, Nicole aus Winenden, Pia aus Potsdam, Annett aus Felgentreu, Wiebke aus Gehwelsberg, Michaela aus Ylitz, Jeanie aus Kirchberg-Annamur, Corinna aus Kornwestheim, Monika aus Marbach, Jasmin aus Birnmenstorf, Lisa aus Marrbach, Farina aus Mühlheim an der Ruhr und Nikola aus Heidelberg.

00:56:16: Vielen, vielen Dank für eure Unterstützung.

00:56:19: Und wenn du deinen Namen hier auch hören möchtest dann schau mal in die Show Notes.

00:56:23: dort findest du alle Informationen zu den Steady-Abo's.

00:56:55: Das war der Podcast.

00:56:56: Die Leserinnen.

00:56:58: Redaktion und Moderation Christina Häusler Produktion Christina Huisler Musik Berni Meier.

00:57:07: Danke fürs Zuhören.

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