Lies mehr Bücher von Frauen mit den femlit Literaturlisten und Hannah Oppolzer

Shownotes

Wie bringen wir mehr Bücher von Frauen in die Lektüreempfehlungen für Schulen? Gibt es keine passenden literarischen Werke? Doch, sagt die igfem, die Interessensgemeinschaft feministischer Autorinnen und wurde Teil eines europäischen Projekts namens femlit.

Es gibt eine Liste für die Unterstufe, eine Liste für die Oberstufe und eine Liste für die Universität - und es gibt noch eine allgemeine Sachbuch Liste. Dazu sind gerade aktuell Listen für Vorlesebücher und Grundschulbücher gekommen. Sie orientieren sich am österreichischen Schulsystem, passen aber sicher auch für andere deutschsprachige Länder.

Die Folge zu Nicole Seiferts Buch "FrauenLiteratur" findest du hier.

Hier findest du die Listen für Schulen. Hier findest du die Listen zum Vorlesen, für Universität und Sachbuch. Sogar Unterrichtsmaterialien sind in Arbeit!

Hannah Oppolzer ist die Projektleiterin dieses tollen Projekts, selbst Autorin und sie hat außerdem tolle Bücher mitgebracht!

Mehr zu Hannah findest du auf ihrer Website!

Ihr Buch "Verpasst" findest du hier.(*)

Hier die Bücher, die sie mitgebracht hat Kinderbuch: Rotkäppchen rette den Wolf - ein Nicht-Märchen von Petra Piuk () Unter- und Oberstufe: "Der Ursprung der Welt" von Liv Strömqvist () Oberstufe "Das Buch über die Stadt der Frauen" von Christine de Pizan (*)

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich habe dieses Projekt im Internet gefunden auf Instagram und ich fand es sofort großartig.

00:00:07: Habe ich eine Nachricht hingeschrieben, hab gesagt können wir darüber sprechen?

00:00:10: Im Podcast?

00:00:11: Na klar!

00:00:12: Hannah Opholzer hat sofort zugesagt.

00:00:14: sie ist die Projektleiterin von Fem Litt.

00:00:17: dort werden Literaturlisten für die Schule erstellt damit mehr Frauen gelesen werden.

00:00:23: Sie erzählt uns gleich alles dazu im Podcast Und sie hat auch drei Bücher mitgebracht.

00:00:29: Also sei geduldig, es werden auch drei Bücher vorgestellt.

00:00:33: Für kleine Lesenden für Mittelstufen Schülerinnen und auch für Oberstufenschülerinnen hat Hannah uns ihre Favorizen mitgebracht natürlich – mit weiblichen Autorinnen!

00:00:47: Wenn dir dieser Podcast gefällt, ja jetzt kommt noch ganz kurz der Werbeblock.

00:00:51: Dann werdet doch Unterstützer in!

00:00:53: Ganz am Ende der Folge hörst du mit ganz viel Liebe und Herzen alle Erwähnts die diesen sehr unabhängigen feministischen Bücherpodcast unterstützen.

00:01:03: Wenn Du dazugehören möchtest dann findest Du alle Informationen auf Steady.

00:01:07: Dort findest du auch übrigens den Anmeldeknopf für den kostenlosen Newsletter von die Leserinnen, wo ich in absolut unregelmäßigen Abständen erzähle was ich gelesen habe, was mir daran gefallen hat und was sonst so passiert.

00:01:20: Bisschen behind the scenes auch!

00:01:22: Und wenn du diesen Podcast den Newsletter und sonst alles großartig findest dann überleg doch ob du nicht in den Buchklub kommen möchtest.

00:01:29: Wir lesen gemeinsamen Wechsel Sachbücher & Romane und auch dazu findest Du alle Informationen auf www.dieleserinnen.de oder auf der Steady Seite Show Notes findest.

00:01:43: Das ist jetzt aber genug Werbung, jetzt geht's los!

00:02:13: Als ich von diesem Projekt erfahren habe, war ich sofort Feuer und Flamme.

00:02:18: Wie oft haben wir hier im Podcast schon darüber gesprochen?

00:02:21: Dass sich da was ändern müsste – daran welche Bücher junge Menschen lesen vor allem in der Schule!

00:02:28: Und dann bin ich hier drüber gestolpert und hab gesagt, darüber müssen wir unbedingt auch im Podcast sprechen.

00:02:34: Deshalb herzlich willkommen, Hannah Opholzer vom FEMLIT einem Projekt, in dem Literatur-Listen erstellt werden die hin zu weiblichen Lesen führen sollen.

00:02:50: Habe ich das jetzt richtig erklärt?

00:02:51: Hallo Hannah!

00:02:53: Ja, das ist doch eine gute Kurzzusammenfassung.

00:02:55: Ich freue mich sehr, dass ich hier dann darf.

00:02:57: Danke für die Einladung

00:02:58: Sehr, sehr gerne.

00:02:59: Ich freue mich, dass du gekommen bist!

00:03:01: Denn wir arbeiten ja sozusagen beide an der gleichen Front wenn man das so nennen möchte.

00:03:06: Wir wollen beide, dass mehr Frauen gelesen werden und nicht nur dass Frauen geliesen werden sondern als auch weibliches Leben und erleben mehr gelesen wird.

00:03:17: Du bist Projektmanagerin bei diesem Projekt.

00:03:20: Das ist auch eine europäische Förderung hat Wenn ich das richtig verstanden habe Und ihr arbeitet auch nicht alleine, sondern es ist tatsächlich ein europäisches Projekt mit unterschiedlichen Akteurinnen und Zusammenarbeiten.

00:03:34: Und was auch kontinuierlich wächst richtig?

00:03:36: Magst du etwas erzählen von Femmit?

00:03:39: Ja sehr gerne!

00:03:40: Das hast Du schon gut beschrieben.

00:03:42: Also grundsätzlich ist das ein Projekt der IGFEMM.

00:03:45: Das ist die Interessensgemeinschaft feministischer Autoren in Österreich.

00:03:51: Wir erstellen Leselisten, also Lektüre, Empfehlungsliften vor allem für den schulischen Kontext.

00:03:58: Aber wir haben auch allgemeine Listen die sich einfach an interessierte Leser und Leseren entwenden.

00:04:03: Das Projekt entsteht oder ist entstanden im Rahmen eines größeren IGFAM Projekts des Episept-Projekts.

00:04:10: das ist eine Abkürzung die steht für Equal Pay, Eco Show, Eco Pension Und es gibt mehrere Unterprojekte die sich alle mit der Sichtbarkeit von Frauen in dem Literaturbetrieb beschäftigen.

00:04:21: Wir haben noch internationale ProjektpartnerInnen in Deutschland, Armenien, Slowenien und den Niederlanden.

00:04:26: Und die machen auch alle ihre eigenen Leselisten für ihre spezifischen Schulsysteme zum Beispiel.

00:04:32: Genau!

00:04:33: Grundsätzlich kann man kurz was vom Anlass des Projektes erzählen.

00:04:36: Das ist immer, finde ich ganz interessant.

00:04:39: Wir hatten das Projekt aus dem Jahr dreiundzwanzig begonnen.

00:04:41: Das war auch kurz bevor ich zu ungefährem dazu gestoßen bin.

00:04:45: Die Idee gab es aber schon immer wieder im Hintergrund so die Jahre davor.

00:04:49: Der ursprünglichste Anlass war, dass die IG-AutorInnen Österreich im Jahr twentyfünfzehn eine lektüre Empfehlungsliste für unterschiedliche Altersgruppen und Schulstufen herausgegeben haben.

00:05:01: Und davon sind fast neunzig Prozent Bücher von Männern und nur ungefähr zehn Prozent Büche von Frauen.

00:05:08: Das sind hundertfünfzig männliche Autoren und einundzwanzig weibliche Autorinnen.

00:05:13: das hat uns alle ein bisschen erschreckt.

00:05:15: Wir haben leider niemanden gefunden.

00:05:17: Wir haben gesucht, aber im klassischen Literaturkahn und gibt es keine Frauen?

00:05:22: Wahrscheinlich wollen die nicht schreiben!

00:05:25: Ja das ist eine beliebte Antwort, die man aufbekommt.

00:05:29: wir haben da jetzt nicht nachgefragt, wir haben beschlossen, wir werden dem einfach was entgegensetzen und unsere eigenen Weselisten aufstellen.

00:05:36: Wir hat natürlich auch selber alle eigene Erfahrungen gemacht, die in diese Richtung gingen.

00:05:40: also Wenn man sich an die eigene Schullektüre erinnert, da haben dann sowohl die etwas älteren Mitglieder der EGFM als auch die jüngeren Mitglieder wie ich gesagt, dass wir eigentlich traurigerweise ähnliche Erfahrungen machen und das eigentlich ich in der Schulzeit kaum mehr Frauen gelesen habe.

00:05:55: Als vielleicht Frauen, die die dreißigvierzig Jahre vor mir in der Schule waren.

00:06:00: Und das Traurige ist halt auch, dass diese Leseliste von den IG-AutorInnen keine Ausnahme ist.

00:06:04: Das sind jetzt nicht die IG AutorInnen, die das machen!

00:06:07: Das ist leider ein Muster... dass man auf vielen Lektüre-Empfehlungslisten findet.

00:06:12: Und wir haben begonnen mit vier Listen, das sind einmal eine Liste für die Unterstufe mit jeweils so hundert Titeln, einmal ein Liste der Oberstufte.

00:06:20: also wir richten das jetzt am österreichischen Schulsystem aus kann man aber glaube ich auch Deutschland auch sehr gut übertragen.

00:06:26: Eine Liste Für Die Universität.

00:06:28: da wollen wir einfach ein bisschen mehr anspruchsvollere Fachliteratur vor allem zu den Themen Feminismus und Gender Studies empfehlen Sachbuchliste.

00:06:40: Genau, und beweitern das jetzt gerade im Sommer um zwei Kinderlisten also eine Vorlesepuchliste oder eine Erstlesepuchtliste?

00:06:47: Ich freue mich schon!

00:06:48: ich verlinke natürlich alles, weil man sich das auch nochmal genau anschauen sollte vor allem diese Listen.

00:06:55: Und ich weiß jetzt schon die, die mir hier zuhören Die werden jetzt schon los schauen in die Show Notes Und sofort suchen, wo diese Listen sind.

00:07:04: Hoffentlich werden alle ganz verrückt drauf sein mal zu gucken und auch abzugleichen mal zu schauen was man selber schon gelesen hat oder was noch eine Lücke sein könnte.

00:07:12: das ist natürlich erstmal Bücher die vor allem aus dem deutschsprachigen Bereich kommen.

00:07:16: richtig habe ich gelesen weil es ein wachsendes Projekt.

00:07:20: Es wird immer weiter ergänzt.

00:07:21: Natürlich hat es dann auch einen eurozentrischen Blick.

00:07:24: Das seht ihr auch selbst total selbstkritisch.

00:07:27: aber es ist etwas was wächst.

00:07:30: Wer jetzt denkt, da müsste vielleicht noch ein neuer Aspekt dazu.

00:07:33: Kann sich ja auch bei euch melden oder bei euch kann man sicherlich auch mitmachen und was schicken und sagen ich habe eine tolle Liste und könnte das wunderbar ergänzen?

00:07:42: Kann man auf jeden Fall machen!

00:07:44: So hat das Projekt ursprünglich begonnen.

00:07:47: wir haben so eine kleine Website eingerichtet wo Leute ihre Vorschläge wirklich eintippen konnten.

00:07:53: Wir haben aber dann im nächsten Schritt ein sehr fachkundiges Experte in den Gremium zusammengestellt.

00:07:58: Das heißt, die Bücher habe jetzt nicht einfach ich und meine Kollegin bei der EGFM Hochschluss- und Laune ausgesucht, weil wir sie gut finden oder gern lesen, sondern wir haben uns Gedanken gemacht was für Frauen vor allem so in der österreichischen auch deutschen Literatur Szene.

00:08:11: könnten uns damit ihre Expertise behilflich sein?

00:08:13: Wir haben ganz viele Literaturwissenschaftlerinnen aus dem allgemeinen Bereich, aus dem Kinder- und Jugendliteraturbereich Wir haben Autorinnen, Lektorinnen aus Verlagen, Wissenschaftlerinnen der Bildungswissenschaft und Gender Studies.

00:08:29: Genau wir haben eine Direktorin zum Beispiel von der AHS Rahlgasse das ist in der Schule in Wien.

00:08:34: Das war das erste Mädchen-Gymnasium in Österreich im Jahr achtzehn zweiundneunzig die auch dabei ist.

00:08:41: also wir haben dann schon versucht auf Brauen zu finden die uns da unterstützen dass es nicht nur irgendwie eine subjektive Liste ist ein Büchern die uns gefällt sondern auch ein bisschen auf einer fachlichen Ebene auch funktioniert.

00:08:54: Und natürlich sind wir nicht vor blinden Flecken gefällt, natürlich ist das jetzt nicht der Liste wo wir sagen da sind die wichtigsten Bücher von Frauen wie man gelesen haben muss ich bin da persönlich auch gar nicht so ein Fan davon unbedingt zu sagen dieses Buch muss man jetzt gelesen habe.

00:09:08: ich finde dass es auch eine sehr individuelle Angelegenheit aber es ist unser Beitrag und unsere Versuch einfach so ein bisschen zu zeigen.

00:09:16: Es gibt einfach so viele Autorinnen Und im Deutschsprach-Unterricht, in Österreich und Deutschland liest man ja auch vor allem deutschsprachige Bücher.

00:09:25: Daher war das so implizit ein bisschen unser Fokus um zu sagen Ja es gibt Goethe Schiller, Kleistmann

00:09:30: etc.,

00:09:31: ja die sind jetzt sicher nicht schlecht, sie haben sich ihre Berechtigung.

00:09:35: aber es gibt wahnsinnig viele Autorinnen, die zeitgleich zu denen geschrieben haben von den beeinflusst wurden, die sie beeinflußt haben, die teilweise schon bekannt sind.

00:09:44: wir haben bekannte Namen wegen of Bachmalerverlistung Die müssten natürlich auf keine Liste mehr, die sind schon bekannt.

00:09:51: Wir haben sie trotzdem aufgenommen und wir haben also eine Gesamtschau aus Bekannten, weniger bekannten Autorinnen und Implicit haben wir halt auch einen bisschen eurozentrischen Fokus was wir auf jeden Fall gern mit den paar nächsten Projekten auch mal angehen wollen dass wir das auf jeden fall auch ein bisschen mehr in den Blick nehmen.

00:10:06: Das Projekt wächst wie du gesagt hast

00:10:08: Großartig!

00:10:09: Das Motto ist ja auch für mehr Vielfalt im Unterricht, für mehr Gerechtigkeit im Bücherregal.

00:10:14: Für mehr Freude am Lesen und ich würde jetzt mal sagen, geneigte Lehrkräfte können diese Liste einfach zur Hand nehmen und können sagen okay ich habe dieses Jahr eine zehnte Klasse.

00:10:23: normalerweise lese ich... chick?

00:10:27: Ich glaube das lese man ein bisschen kleiner wenn man jünger ist.

00:10:30: aber meinetwegen hab' ich ne siebte Klasse.

00:10:32: mit denen lesee ich normalerweise chick Könnte ich vielleicht auch mal was anderes?

00:10:36: Könnte mich mal inspirieren lassen von dieser Liste und könnte mal ein anderes Buch auswählen.

00:10:42: Und das ist ja immer Geschmackssache, aber auch für Menschen die vielleicht noch ein paar Lücken schließen wollen und nicht nur diesen Podcast hier hören sondern vielleicht auch einmal so einen Zettel neben dem Bücherstabl haben möchten dann wäre es ideal.

00:10:55: also Ich hab's mir ausgedruckt very old school weil ich tatsächlich mal gucken möchte was ich alles gelesen habe oder Was auf jeden Fall noch auf meinen Stapel muss.

00:11:05: Es wird wahrscheinlich eine schlimme Angelegenheit, weil dann der Staple auch wieder wächst.

00:11:09: aber gut irgendwas ist ja immer das Leben ist kurz und die Bücher sind viele.

00:11:13: wie bist du persönlich denn da gelandet als Projektmanagerin?

00:11:17: Du hast In Wien Germanistik studiert und literarische Schreiben und Lektorieren in Hildesheim.

00:11:24: Und du hast schon einen Romanverfass, der es im Jahr ist.

00:11:29: Der heißt verpasst.

00:11:30: Verlinke ich natürlich auch alles in den Show-Notes.

00:11:32: Das heisst, du bist doppelt und dreifach qualifiziert?

00:11:36: Wie bist du bei diesem Projekt gelandet?

00:11:40: Also ich bin zuerst mal bei der IGFEM gelandete.

00:11:42: Da muss ich jetzt in einem Gedächtnis kramen.

00:11:44: Das war glaube ich ehemals im Jahr.

00:11:47: Es reicht umtriebig und macht recht viel.

00:11:50: Und veranstaltet unterschiedliche Schreibgruppen, Theoriegruppen ganz viele Veranstaltungen an allen möglichen Orten vor allem in Wien und Umgebung aber auch generell in ganz Österreich.

00:11:59: Ich glaube ich bin da einfach mal dazugestoßen.

00:12:02: Genauso ein Besuch im Literaturmuseum.

00:12:03: Da gab es dann irgendwann Bachmann Ausstellung und er wurde quasi ausgeschrieben geht mit uns ins Literaturmuseum.

00:12:09: Dann dachte ich mir so ja ich wollte mich ein bisschen mehr feministischer vernetzen Ich wollte mich auch mit Feministen in andere Generationen vernetzen.

00:12:16: Ich finde das total toll, wenn man ein bisschen aus seiner eigenen Babel rauskommt und ich habe mich da angemeldet, war dann dabei und war bei der Newsletter drinnen und so.

00:12:25: Und dann hat meine Chefin die Präsidentin der IGFM Gelinde Hacker gefragt, in die Runde gefragt ob jemand Lust hat dieses Projekt zu übernehmen?

00:12:33: Da gab es bisher nur erste Ideen dazu.

00:12:35: Es gab schon ein paar Expertinnen, die angefragt wurden für unser Gremium Bücher, Bücheremfehlungen von weiblichen Autorinnen, Literaturwissenschaften.

00:12:46: Das ist eigentlich alles mein Ding und das wäre jetzt voll die gute Gelegenheit dass ich mich da, dass sich dann ein bisschen hineinwachsene.

00:12:52: diese Organisation habe zugesagt und das ganze war dann relativ schnell geklärt.

00:12:56: und Jetzt mache ich das seit drei Jahren Und das Projekt neigt sich in der Ursprungsform jetzt auch schon bald im Ende zu Aber wir versuchen immer das im Laufen zu halten und weiterzuentwickeln

00:13:08: Großartig.

00:13:10: Mein Erweckungserlebnis, was diese Thematik angeht ist wie für – ich schätze mal viele andere auch zumindest die, die diesen Podcast lesen.

00:13:18: Nicole Seiferts Buch Frauenliteratur wo ich wirklich dachte, ja genau so ist es.

00:13:26: Also nein, es fängt eigentlich noch früher an.

00:13:27: Nicole Seifert hat den Hashtag Frauen lesen ins Leben gerufen und da habe ich drüber nachgedacht wie viele weibliche Autorinnen nicht eigentlich lese und hab ein bisschen umgeschwenkt und dachte Ich mach das mal bewusst!

00:13:39: Und das wirklich lange her, da habe auch mich noch gar nicht so viel mit Feminismus beschäftigt.

00:13:43: Ich wollte einfach gute Bücher lesen und dachte bei Männern bin ich immer so enttäuscht manchmal, dass es weibliche Erleben auch so seltsam beschrieben wird.

00:13:53: Man hat manchmal das Gefühl natürlich dürfen auch Männer über Frauen schreiben und Frauen über Männer aber es ist halt manchmal ein anderes Schreiben und auch immer ein männlicher Blick.

00:14:04: Und ich wurde so positiv überrascht in meinem Lesen, dass ich bei den Frauen geblieben bin.

00:14:12: die Trefferquote gerade bei Sachbüchern zum Beispiel Wenn man eine weibliche Autorin liest, dass es unterhalbsam auch ist und nicht nur trocken.

00:14:21: Ist deutlich höher habe ich festgestellt.

00:14:24: bei den Romanen ist natürlich trotzdem gemischte Tüte aber trotzdem haben die oft einen anderen Blickwinkel auf die Welt.

00:14:32: Ich verlinke natürlich auch dieses Buch nochmal denn dazu gibt's auch eine Podcastfolge.

00:14:38: Habt ihr schon Rückmeldung bekommen?

00:14:40: Gibt es Resonanz außer von mir, die ich totaler Fan von diesem Projekt bin.

00:14:44: Yay!

00:14:45: Gibt's schon Rückmeldungen von Lehrerinnen, die sagen großartig genau das haben wir gebraucht.

00:14:51: Ich leite das mal an die Fachschaft weiter oder... an befreundete Lehrkräfte oder geht ihr auch gezielt an Universitäten und sagt, hey übrigens da gibt es auch diese Liste.

00:15:02: Wenn ja irgendwann mal in den Schuldienst geht, nehmt die doch dann direkt mit.

00:15:06: Die wird auch aktualisiert könnte ab und zu ein Update haben.

00:15:09: wie läuft

00:15:10: das?

00:15:10: Das ist eine gute Idee.

00:15:11: Das notiere ich mir gleich.

00:15:14: Happy to help!

00:15:16: Ja also wir haben Feedback bekommen.

00:15:18: Ich erinnere mich vor allem auf der Buch Wien.

00:15:19: letztes Jahr war ich in einem ganz anderen Kontext dort, aber dann habe ich viele Lehrerinnen getroffen und mit denen immer das Projekt geplaudert.

00:15:27: Und da haben wir tatsächlich viele gesagt dass sie sowohl sehr hilfreich finden Das waren auch teilweise sehr engagierte junge Lehrerinnen die gesagt haben Sie wollen damit brechen, dass man immer die gleichen alten weißen Klassiker liest und sie sind ja auch dankbar für Inspiration.

00:15:42: Und bei diesen Gesprächen kam dann auch ein Punkt auf den wir dann auch ins Projekt aufgenommen haben und zwar ist es ja schön um gutes Bühe zu empfehlen.

00:15:50: Aber oft gibt es ja auch kein Unterrichtsmaterial zu gewissen Büchern, die ein bisschen abseits des Kanons sind.

00:15:56: Das ich glaube, geht das voraus?

00:15:57: Da gibt's wahrscheinlich genauso viel Unterrichtsmaterial wie Ausgaben, ein bisschen übertrieben jetzt aber wahnsinnig viel.

00:16:04: und bei ein paar unbekannteren Autorinnen, die wir jetzt vielleicht unseren Wisten haben, gibt's das vielleicht nicht.

00:16:10: Und da hat uns eine Lehrerin eben darauf angesprochen und deswegen haben wir jetzt gerade begonnen – das ist aber erst in den Kinderschuhen noch – unterrichtsmaterialen auch zu entwickeln Weil ich glaube, dass es das Ganze noch ein bisschen handhabbarer macht für die Verwendung an Schulen.

00:16:25: Wenn man wirklich eine Unterrichtsplanung, eine Stundentafel vor sich hat mit fünfzig Minuten wo die unterschiedlichen Kompetenzen, die im Lehrplan gefordert sind auch enthalten sind... Das ist quasi nicht so eine extra Aufgabe sein muss!

00:16:38: So Ich als engagierte Deutschlehrerin ja, ich muss den ganzen Lehrplanstoff machen und dann quetsche ich halt noch eine unbekannte Autorin rein wenn mir das wichtig ist.

00:16:46: Aber eigentlich sollten diese Bücher nicht die Zusatzaufgabe sein.

00:16:49: Wir sollten nämlich dem Zusatzkapitel für Umgeschirte stehen, wir sollten ja eigentlich die Kompetenzen auch vermitteln, die man braucht für Abitur und für die Matura.

00:16:59: Genau deswegen hoffen wir dass wir dadurch den Weg auch ein bisschen leichter machen sich als Lehrerinnen mit diesen Büchern zu beschäftigen, die vielleicht eigentlich nicht im Lehrplan stehen.

00:17:11: Wo das eh spannend ist weil in Österreich haben wir gar keine Bücher Bücher, die im Lehrplan stehen.

00:17:16: Also wir haben gar keine Vorschriften welche Bücher auf dem Weg zur Mautura gelesen werden müssen.

00:17:21: In Deutschland ist das unterschiedlich je nach Bundesland.

00:17:25: Da gibt es manche Bundesländer als mehr vorgeschrieben Manchen Nildens.

00:17:28: Ich glaube dass Goethes Faust Das einzige Buch ist das überall in Deutschland vorgeschoben ist.

00:17:33: Aber in Österreich gibt's einen Lehrplan und es gibt wirklich gar keine vorschrifte welche Büchern man durchnehmen muss.

00:17:39: Und ich finde das so spannend, weil es gibt das nicht.

00:17:41: Es gibt keine Regeln!

00:17:42: Es gibt niemanden vom Bildungsministerium, der sagt ihr müsst die ganzen Schiller-Göte-Kleistmanns leben.

00:17:48: Aber irgendwie wird's trotzdem getan.

00:17:50: Das heißt ja...es gibt Bedarf, dass zu ändern auf jeden Fall.

00:17:55: Auf den Gefahren, dass ich mich wiederhole in meinem ganzen Leben möchte ich nie wieder homofarber lesen.

00:18:01: aber da spreche vielleicht einigen aus dem Herzen und da dachte ich übrigens auch Literatur ist so was Abgehobenes, das ist so etwas Kompliziertes.

00:18:11: Ich hab da gar keinen Zugang gehabt und ich glaube dass schon auch ein Teil davon war, dass ich kein Zugang zu einem Mann in der Midlife Crisis hatte.

00:18:19: Aber ich habe inzwischen so viel über männliches erleben gelesen Dass ich das alles nachfüllen kann Ist vielleicht eine Vorbereitung im Patriarchat.

00:18:28: Vielleicht muss man soviel über Männer lesen damit man sie später gut unterstützen kann Im Leben als Frau.

00:18:34: Das muss man ja emotional wie sie sich gerade fühlen und so, was sie machen sollen.

00:18:41: Und was die brauchen muss man ja auch erraten.

00:18:44: aber naja gut das führt jetzt vielleicht ein bisschen zu weit.

00:18:48: du hast uns nämlich auch drei Bücher mitgebracht worüber ich mich sehr freue damit wir hier gleich mal so ein bisschen konkret werden drei Empfehlungen hatte ich dich gebeten ist natürlich schwierig.

00:19:00: Ich habe ja ein bisschen mir die Liste angeschaut.

00:19:02: da sind schon paar echte Banger drin.

00:19:05: Wollen wir mit dem Kinderbuch anfangen und dann immer anspruchsvoller werden sozusagen?

00:19:10: Da

00:19:11: würde ich mich sehr freuen.

00:19:12: Was hast du uns mitgebracht als Kinderbuch?

00:19:14: Genau, die Kinderbuchlisten sind ja noch nicht öffentlich einsehbar, werden das aber hoffentlich bald sein.

00:19:19: Die sind gerade noch im Entstehen.

00:19:21: Gibt es einen Datum?

00:19:23: Also am dritten Oktober haben wir unser großes Abschluss-Symposium in Wien.

00:19:27: Das ist meine persönliche Deadline, dass bis dahin die Ledelitze auf der Webseite ist.

00:19:32: Alles klar?

00:19:32: Ich

00:19:33: glaube nicht schaffen!

00:19:34: Schreibt ansonsten ab drittem Oktober Hanna einfach E-Mails und macht noch ein bisschen Druck.

00:19:38: Ja, das fühlt sich ja... Genau aber die Liste für die Volksschule Grundschule steht schon fest Und ich habe hier einen Buch rausgepickt, dass ich auch davor schon kannte, das relativ neu ist.

00:19:49: Da sind zweiundzwanzig im Leichkampverlage schienen und trägt den netten Titel, Rotkäppchen rettet den Wolf.

00:19:55: Wurde geschrieben von Petra Piuk und illustriert von Gemma Palazio.

00:19:59: Ich weiß nicht genau wie man die ausspricht.

00:20:02: Der Untertitel beschreibt eigentlich schon was das für ein Buch ist.

00:20:07: Und zwar ist es ein Nichtmärchen!

00:20:09: Die Autorin nimmt das klassische Rotkäbbchen-Märchen auf und erzählt es komplett neu, zwar in der Gegenwart.

00:20:15: Kurz zum Inhalt, Rotkäppchen ist ein sehr feches selbstbewusstes Mädchen das durch den Wald zu seiner Großmutter geht.

00:20:22: Aber und hier kommt die erste Änderung dieser Wald ist voller Plastikmüll und soll außerdem abgeholzt werden weil der Bürgermeister, der den netten Namen Herrn Wolf trägt dort einen Einkaufszentrum bauen will.

00:20:33: Jetzt kommen dann die große Umkehrungen.

00:20:34: der Wolfe dass Tier jetzt nicht der Bürgemeister ist überhaupt nicht der Böse im Gegenteil der es sehr Menschen scheuen möchte eigentlich noch mit seiner Wolfsfamilie in Ruhe im Wald leben kann das aber nicht mehr wegen dem ganzen Müll und wegen dieser drohenden Abholzung.

00:20:48: Das heißt, der eigentliche Bösewicht wird dann eigentlich der Bürgermeister.

00:20:51: Und Rotkäppchen ärgert es natürlich total und beschließt dann was dagegen zu unternehmen um den Wolf in den Wald zu retten.

00:20:58: Und ich glaube, dass ist eigentlich ein bisschen das wichtigste Thema Naturschutz unsere Vorurteile gegenüber Tieren Aber auch, dass man sich eigentlich nichts sagen lassen muss, da kann man nichts machen, das passiert einfach Da kannst du nichts dagegen unternehmen.

00:21:13: Mein Rotkäppchen lässt sich eigentlich nicht entmutigen und wird dann selber aktiv.

00:21:17: Und ich finde das vor allem was feministisches ist, sehr spannend.

00:21:20: Ich meine Märchen sind uralte Erzählmuster, Erzählinien die man irgendwie in allen Kulturen findet.

00:21:27: Jede Kultur hat zu ihrer eigenen Märchen eigentlich mündliche Erzählungen wie dann öfter mal verschriftlicht wurden.

00:21:33: Die Märchen vermitteln leider oft sehr altmodische Rollenbilder weil sie kommen einfach aus einer sehr alten Zeit haben sich aber nahezu unverändert auch heute noch durchgesetzt.

00:21:44: Und ja, Rotkäppchen ist kein passives Mädchen, das dann irgendwie ein Gefahr gerät und von den Helden gerettet werden muss.

00:21:52: Sie ist eigentlich die handelnde Figur.

00:21:54: Sie hinterfragt auch die Geschichten der sie steckt und rettet am Ende eigentlich nach.

00:21:58: Ich darf nicht spoilern!

00:21:59: Sie versucht alle zu retten.

00:22:00: mal sehen ob sie schafft.

00:22:03: aber Ja, die Rollen, dass die Rolle, die eigentlich so einen Rotkäffchen hat in der Geschichte oder die generell Mädchen Frauen Märchen haben bitte sehr sehr umgedreht.

00:22:14: Und ich finde es wichtig, dass Kinder auch sowas lesen natürlich auch das Originalmärchen gerne aber dass man auch Kinder dazu anleitet und ein bisschen so hinterfragen.

00:22:25: Dass man im Endeffekt zeigt, dass Buch sehr gut ist eine Geschichte die so alt ist wie Rotkäppchen nicht in Stein gemeißelt sein muss.

00:22:31: Weil Märchen waren immer sehr beweglich.

00:22:33: deswegen können wir sie eigentlich heute auch bewegen.

00:22:35: Man musste nicht so startisch weitererzählen wie immer schon erzählt wurden.

00:22:39: Also große Leserempfehlung, das Buch ist extrem lustig und wirklich nett und interaktiv gestaltet.

00:22:45: Ich finde gerade da ins Gespräch zu kommen mit seinen Kindern über Märchen im Allgemeinen ist ja eine große Gelegenheit.

00:22:52: Als ich mein erstes Kind bekommen habe war ich noch so Ja es ist romantisch wie schön.

00:22:56: jetzt können wir Märchen lesen hab mehrere große Märchenbücher ins Regal gestellt feministischer, bewusster ich wurde.

00:23:04: Dachte ich so what the heck?

00:23:06: Dann rüsschen frage keiner ob sie geküsst werden soll.

00:23:09: Schniffeln ist tot und der Prinz will den Leichnamen mitnehmen.

00:23:14: Also auch

00:23:14: küssen

00:23:14: glaube ich.

00:23:15: Ja küssten und alles.

00:23:19: Und im Zweifel bekommt man dann noch eine Prinzessin und ein halbes Königreich geschenkt.

00:23:23: was die Prinzessinnen möchte who cares?

00:23:26: das ist natürlich heutzutage Hoffentlich für viele aus der Zeit gefallen.

00:23:31: Ich befürchte nein, weil wir alle noch so einen so einen romantischen Blick da drauf haben.

00:23:36: Das gehört so dazu das muss so sein aber dass man zum Beispiel beim Dornröschen ja mit erzählen könnte Dann Rüschen wacht auf und sagt dann, hey hast du mich überhaupt gefragt ob du mich küssen darfst.

00:23:50: Aber danke fürs Aufwecken!

00:23:51: Und vielleicht wäre ich eh aufgewacht weil weißt Du die hundert Jahre waren nämlich eigentlich eh vorbei ja?

00:23:57: Es kommen nämlich auch im Märchen so vor.

00:24:00: Vielleicht wollte ich mich auch ausruhen.

00:24:02: Ja.

00:24:03: Also... Vielleicht hatte ich es schon anstrengend in das Leben.

00:24:07: Ich habe so viel Care Arbeit geleistet dass ich mich einfach einmal auswohnen wollte.

00:24:11: So wie sie eigentlich von einem Mann wieder gestört

00:24:15: oder dass man vielleicht auch die Märchenfiguren mal ein bisschen mehr auserzählt.

00:24:19: Rapunzel zum Beispiel.

00:24:21: im Originalmärchen, wenn ich das richtig rekapituliere stürzt der Prinz von dem Turm weil die böse...die böse Hexe...die Bösefrau Rapunzel einsperrt, schneidet er den Zopf durch und dann fällt er vom Turm.

00:24:42: Die Dornen zerkratzen ihm die Augen und er ührt dann praktisch herum.

00:24:48: Rapunzelt bekommt nämlich Zwillinge.

00:24:51: Also so viel zum Thema, die haben nur Händchen gehalten.

00:24:54: Herr Punzel bekommt Zwillinge und irgendwann findet sie ihn wieder und mit ihren Tränen benetzt sie seine Augen und er kann wieder sehen.

00:25:01: also hat auch noch doppelte Kehrarbeit und ist allein erziehend.

00:25:05: man könnte ja das ein wenig ausschmücken zumindest und ihr ein bisschen mehr Raum geben.

00:25:11: Das eine großartige Wahl als Buch auf jeden Fall.

00:25:14: tatsächlich habe ich es eventuell gerade auf meine Merkliste für die Weihnachtsgeschenke

00:25:19: geschnitten.

00:25:20: Ja, das ist super.

00:25:20: Es gibt nämlich noch zwei andere Bücher von dieser Reihe.

00:25:23: Das ist eine Art Geologie.

00:25:24: Das eine behandelt das Märchen der Froschkönig und das andere behandelt ja das Schnippitchen.

00:25:29: Das sind auch beide sehr empfehlenswert.

00:25:31: Auch von den gleichen Autoren in der gleichen Illustratoren.

00:25:35: Ich habe auch ein Buch zu Hause, das lieben meine Kinder sehr.

00:25:38: da geht es um freche Prinzessinnen ich glaube sieben Prinzessinen Drachen, sieben Tage Prinzessinnen und Drachen oder so.

00:25:47: Da wird es auch ein bisschen umgedreht und manchmal so lustig gemacht, dass ja Drachen an nichts anderes denken können als eine Prinzessin zu entführen.

00:25:53: Und das aber nie so richtig klappt!

00:25:56: Das finden meine Tochter total gut weil da eben auch die Prinzessinen nicht nur so Subjekte sind obwohl die eine voll verzogen ist und so zickig und viel zu viel Zeug Zuhause hat.

00:26:09: Aber Die kommt halt ins Handeln, die Prinzessin.

00:26:13: Die ist nicht nur ein Subjekt sondern... Quatsch!

00:26:17: Ein Objekt.

00:26:17: Sondern sie wird zur handelnden Person und... Ja ich glaube

00:26:22: das ist der springende Punkt bei solchen Geschichten.

00:26:24: Es geht nicht darum dass man irgendwas nicht erzählen darf.

00:26:27: Man darf auch eine schwache weibliche Hauptfigur erzählen.

00:26:29: Sie darf auch mal gerettet werden von männlichen Helden.

00:26:32: Das sind alles Erzählmuster, die ja nicht verboten sind.

00:26:35: Darf man ihr machen?

00:26:36: Das können auch gute Geschichten werden aber es geht im Endeffekt doch darum Welche Figuren haben tendenziell immer die Handlungsmacht?

00:26:42: Und wenn das immer die männlichen Helden sind, dann nie die weiblichen Protagonistinnen.

00:26:47: Die brauchen dann immer jemanden anderen und die haben eigentlich keine Aktion.

00:26:51: Die können nie aktiv handeln.

00:26:54: Dann prägt sich das ja auch ein und es prägzt sich auch gesellschaftlich kulturell kollektiv über Jahrhunderte ein.

00:27:00: weil du vorhin gemeint hast Klar Märchen sind antiquiert und natürlich würden die meisten Menschen sagen dass sind alte Geschichten.

00:27:05: Das lese ich auch als alte Geschichte.

00:27:07: Aber Märchen finden, der nicht isoliert statt.

00:27:10: Das sind ja nicht nur die Geschichten im Märchenbuch.

00:27:13: Die meisten Hollywood-Filme basieren im Grunde genommen auf Erzählmustern, die man auch in Märchen findet und immer noch.

00:27:19: Und wir schauen das immer noch gerne an.

00:27:21: Klar wird es abgeändert und gerade ist das sowieso sehr ein Fremd eher hasseweibliche Hauptfiguren sehr aktiv zu machen.

00:27:29: Das finde ich toll persönlich.

00:27:30: Muss aber abwarten wie lange das anhält und ob das eher grad so eine Modeerscheinung ist?

00:27:34: Ich hoffe nicht!

00:27:35: oder ob sich wirklich nachhaltig was verändern kann.

00:27:38: Aber das Mädchen haben eine große Auswirkung, weil sie einfach grundlegende menschliche Trichstrukturen in sich tragen die auch in anderen Lebensbereichen dann vorkommen.

00:27:48: Ja, und ich war schon jemand.

00:27:50: Ich dachte immer mich muss jemand entdecken.

00:27:52: also ich dachte als kind ich bin auch so eine Prinzessin brav und scheu Und ruhig.

00:27:58: und dann kommt einer und der entdeckt mich dann so und dann sage ich ah ja Dann bist du's wohl?

00:28:03: Dann gehe ich mit dir mit.

00:28:04: Also das ist ja was so ein bisschen in diesen Märchen erzählt wird.

00:28:08: Das hat schon eine weile gedauert bis sich gemerkt haben dass ich mir auch Partner aussuchen kann.

00:28:12: aber das ist ne andere Geschichte Und so krass war es natürlich jetzt auch wieder nicht.

00:28:17: Die Frage ist ja da wieder, aber das führt jetzt auch zu weit.

00:28:20: Müssen wir da wieder alles umdrehen?

00:28:23: Also müssen wir dann männliche Heldengeschichten und Heldenreisen so erzählen, dass es dann weibliche Helldinnenreisen sind.

00:28:31: oder ist eine feministische Ansatz nicht dann auch ne ganz andere Art von Geschichte zu erzählen?

00:28:37: also kann Erfolg und kann Glück und die glückliche Wendung?

00:28:42: muss es dann so erfolgen als dass wir nur Mann- und Frau austauschen?

00:28:47: Das führt auch wieder zu weit.

00:28:48: Und zumindest haben wir jetzt mal ein paar Frauen, die auch ins Agieren kommen und die nicht wie in diesem sehr witzigen Instagram-Video, wie Reese Witherspoon diese Rede hält und immer sagt ... In den Filmen sagen Frauen immer What do we now?

00:29:05: But what do you

00:29:06: know?!

00:29:07: Ich habe noch nie jemanden getroffen!

00:29:09: Keine Frau der Welt sagt es!

00:29:11: Frauen haben immer einen Plan oder machen irgendwas.

00:29:17: Ja,

00:29:18: ich glaube das ist beides braucht im Endeffekt.

00:29:20: Ich finde es sowohl interessant eine Geschichte umzudrehen und zu sagen wir geben jetzt mal den männlichen Helden weg und setzen dann eine Frau hin Und die Sache ist, man kann ja nicht hundert Prozent umdrehen.

00:29:31: Das funktioniert ja nicht.

00:29:32: Also Die Artenweise wie ein männlicher Charakter gestaltet ist lässt sich meistens nicht direkt auf einen weiblichen Charakter ummünzen.

00:29:39: Das merkt man dann erst wenn man das versucht nämlich dass eigentlich viel mehr einher geht wie das Mädchen, wie die Person mit ihrem Umfeld interagiert.

00:29:49: Wie dann auch die böse wichtige Gestaltes sind etc.

00:29:51: Aber ich finde es interessant, das zu machen.

00:29:53: Das ist ja auch ein Trend.

00:29:54: Das Filme, die mit Männern besetzt wurden und rauskommt mit Frauen, Ocean's Aid zum Beispiel ist sowas Klassisches Und da haben sie ja nicht genau das Gleiche wiedergegeben Sondern Sie haben die Geschichte ein bisschen angepasst.

00:30:05: Aber man sollte sich auch nicht nur hier aufhalten.

00:30:08: Weil erstens hat man damit dann gleich wahnsinnig viel Kritik von überzeugten Antifeministen, die der Meinung sind Frauen sitzen jetzt überall und man kann ja nirgendwo mehr seine alten Filme in Ruhe anschauen.

00:30:17: Und zweitens erschöpft es dich irgendwann mal weil man muss ja da nicht nur die wie du gesagt hast diese Muster die männliche Helden machen.

00:30:24: vielleicht ist es auch spannender einmal zu hinterfragen Wie kann die Geschichte auch anders aussehen?

00:30:28: Was könnte eine andere Quest sein?

00:30:29: Vielleicht würde eine weibliche Hauptfigur in Herder Ringe ganz andere Ziele verfolgen oder ganz andere Strategien wählen, zum Beispiel.

00:30:37: Und da ist es dann natürlich sinnvoll auch ein bisschen kreativ zu werden und sich selber einfach zu überlegen ja wie könnte man eine neue Geschichte mit weiblichen Hauptfiguren so entwerfen dass im Endeffekt das Figurenasenal viel breiter wird?

00:30:51: weil ich finde das ist auch so ein Problem.

00:30:53: Wenn man wenige weibliche Figuren in der Geschichte hat, dann sind sie meistens ein Achetyp und es ist meistens einen Klischee wie bei den Märchen zum Beispiel.

00:31:00: Die unschuldige schöne Prinzessin.

00:31:02: aber sobald die Frau alt und hässlich ist, ist sie eine Hexe.

00:31:05: Und das sind meistens die weiblichen Figuren lassen sich meistens auf sowas einteilen wenn's nur zwei gibt wie Herr Der Ringe zum Beispiel oder so.

00:31:13: Sobald mehr Frauen in die Geschichte kommen und sobaldd Frauen wichtiger werden... Geht das nicht mehr?

00:31:18: Dann muss man kreativer werden.

00:31:19: Da muss man die ganzen Rollen, die eigentlich von Männern besetzt wurden und die sehr unterschiedlich besetzt worden.

00:31:24: Weil Männer sind immer sehr unterschiedlicher.

00:31:25: Es gibt dann den Lustigen oder den Bösen, den Schlauen, den Dummen... Frauen haben eher ein bisschen einen eingeschränkteres Handlungs- und Charakterreportoir.

00:31:34: Und da muss man sich erst mal fragen wie besetzt man diese Rollen alle neu?

00:31:37: Und dann wird es richtig spannend finde!

00:31:39: Ich finde, dass wird immer noch zu wenig gemacht.

00:31:42: Also ich würde mir das gerade im Bereich Dystopie oder Fantasy auch ein bisschen mehr wünschen dass man sich noch ein bisschen mehr trauert will.

00:31:48: Das sind Genres, die müssen sich immer was trauen.

00:31:51: Die dürfen total verrückt sein!

00:31:52: Wir haben keine Grenzen der Realität und ich finde es schade, dass es immer noch eher wenige Bücher gibt, die wirklich versuchen neue Wege zu gehen, was so den Umgang von Geschlechtern miteinander betrifft, was Geschlechter Ungerechtigkeiten betriffe.

00:32:07: Da wird ganz oft auf so mittelalterliche Strukturen zurückgegriffen.

00:32:11: Beispiel Game of Thrones zum Beispiel.

00:32:13: Es gab keine Drachen im Mittelalter, es gab auch keine Zauberer im Mittelalter Aber die sind drin in der Geschichte.

00:32:18: Das finden wir alle okay, aber wir akzeptieren das irgendwie alle, dass die Frauen trotzdem benachteiligt sind.

00:32:23: Das ist anscheinend so was es gegeben.

00:32:25: Die Frauen müssen sich immer zippieren und drachen?

00:32:27: Kein Problem!

00:32:28: Aber dass Frauen gleichberechtigt sind?

00:32:30: Nee, das geht aber nicht.

00:32:31: Und ich finde, das kann man bei ganz vielen Serienbüchern immer noch beobachten.

00:32:35: Da würde ich mir ein bisschen mehr Mut und Kreativität auch wünschen.

00:32:39: Vor allem geht's wahnsinnig viel um Sex oder wie eine Bekannte von dir gesagt hat... Sie nennt es immer Game of Porn.

00:32:46: Das ist einfach ein extremer Mail-Gate.

00:32:48: Ich liebe Game of Thrones, ich mag es wirklich gern!

00:32:52: Aber ich kann auch endlos das kritisieren.

00:32:54: Also für eine Gleichzeitigkeit kann man akzeptieren bei vielen Büchern und Filmen

00:32:59: Wobei, ich muss sagen.

00:33:00: Ich weiß nicht wie es wäre wenn ich jetzt noch mal gucken würde weil ich jetzt schon einen anderen Blick auf Dinge habe und ich befürchte das wäre sehr schlecht für mich gealtert.

00:33:08: Ich weiss nicht ob ich's noch aushalten würde.

00:33:10: Mir stoßen inzwischen so viele kleine Dinge auf dass ich denke Boah ich bin so ein feminist killjoy!

00:33:16: Mich darf man echt nirgendwo hinstellen.

00:33:18: Bin ich auch im Konzert von so einem Sänger krieg der ein Bild von einer fünfjährigen?

00:33:23: Und dann macht er so nen zuticken Witz und sagt zu ihr wer ist da auf dem Bild?

00:33:27: Ach, das bist du und das bin ich.

00:33:29: Und wir halten Händchen.

00:33:30: Wie alt bist denn du?

00:33:32: Und alle so ha-ha-haha!

00:33:33: Die Kleine so he.

00:33:34: Dann hast du wenigstens eine ältere Schwester und ich so oh nein please stopp!

00:33:38: Das ist, ah sexualisiert gerade ne fünfjährige aber...

00:33:42: Ganz schlimm ganz schlimm.

00:33:43: Das bin dann immer ich.

00:33:44: Ich krieg's nicht mehr aus meinem Kopf wenn man es einmal drin hat.

00:33:48: Das ist okay.

00:33:49: Das finde ich gut.

00:33:50: wenn man sich die Sachen auch... Ja, es ändert sich ein bisschen die Wahrnehmung der Welt natürlich und man sieht sich mit so was beschäftigt.

00:33:55: Und dann kommt oft auch gar nicht mehr dagegen an das Überall zu erkennen.

00:33:59: Aber es bereichert ja im Endeffekt die Welt auch.

00:34:01: Es ist jetzt nicht nur eine Einengung des Blickwinkels und es ist ja auch spannend, dass alles herauszufinden um sich zu überlegen wie könnte es sonst auch laufen?

00:34:09: Wie eben in dem Buch zum Beispiel wo finde ich eine sehr kreative moderne Art und Weise dieses Rotkäppchen-Märchen erzählt wird.

00:34:17: Großartig!

00:34:19: Umgedrehte Märchen mag ich eh ganz gerne, wenn sie gut erzählt sind.

00:34:24: Wollen wir weiterspringen.

00:34:25: zu deiner Empfehlung für die Unter- und Oberstufe?

00:34:28: Und auch dessen Buchtipp wie Ich finde den Jede Mal gelesen haben sollte – und jeder!

00:34:35: Der Ursprung der Welt von Livströmquist.

00:34:37: Ich

00:34:38: liebe

00:34:38: dieses Buch und es ist auch Teil meiner feministischen Erweckungslesereise muss ich sagen

00:34:45: Ja, meiner auch definitiv.

00:34:46: Und ich glaube das Buch muss man gar nicht mehr empfehlen.

00:34:48: aber ich fand es ja hat mich auch so beeindruckt dass ich es auf jeden Fall hier kurz empfiehlen wollte.

00:34:55: Es stammelt aus dem Jahr zu den Vierzehn.

00:34:57: Das glaubt man gar nichts finde ich.

00:34:58: Das könnte auch letztes Jahr erschienen sein und das ist eben von Liv Strömquist aus einer Schwedin ein graphic novel eigentlich der sich mit der Geschichte und Wahrnehmung des weiblichen Körpers beschäftigt vor allem mit immer noch recht tabuisierten Themen wie Menstruation Sexualität und den weiblichen Geschlechtsorganen.

00:35:16: Und vor allem, wie sie eigentlich alle heißen und wie man sie eigentlich immer quer durch die Geschichte in der Welt komplett falsch beschrieben hat.

00:35:24: Die Autorin schaut sich vor allem an, dass Frauen und weibliche Körper über Jahrhunderte von Religion, Medizin und der gesamten Gesellschaft betrachtet und auch kontrolliert wurden.

00:35:35: Wie auch der Blick auf weiblicher Sexualität kontrolliert wurde.

00:35:38: Ich hab das Buch gelesen und musste wahnsinnig viel lachen, weil es ist unglaublich lustig.

00:35:42: Und ich glaub über diesen Weg des Humors schafft sie's dann auch, dass man viel mehr also viel empfänglicher dafür ist vielleicht eigene festgezurte Bilder oder Vorurteile gehen zu lassen.

00:35:54: Also ich glaube ich selber war jetzt eh eine gute Zielgruppe, ich hatte da nicht so viele Abneigung.

00:35:57: aber ich habe auch schon viele Menschen erlebt wie das Buch gewesen haben die sich vielleicht nicht als Feministen, Feministinnen bezeichnen würden und die eigentlich bei denen auch ein bisschen an Schalter umgelegt wurde.

00:36:07: Und ich glaube, das ist auch der Hauptgrund, warum ich es empfehlen würde für so, ich will mal sagen, zwölf... zwölft dreizehn.

00:36:13: Ich glaub', dass kann man schon zumuten.

00:36:15: Also wenn man Schülerinnen zumuten kann die Frauenfiguren zumuten können in den Büchern von Leuten wie Goethe oft Gretchen

00:36:22: z.B.,

00:36:23: kannte Fall ganz tragisch dann kann man denen auch so ein Buch zumuten finde ich und ich glaube Jugendliche in diesem Alter sind erstens wesentlich flexibler in ihrem Denken was noch so Normenvorstellungen betrifft.

00:36:36: Ich glaube, das kann man gut nutzen.

00:36:37: Da kann man ein gut hineingehen und sagen ja du hast jetzt schon viel gehört in deinem Leben.

00:36:41: Du hast vielleicht Klischesen in deinen Kopf.

00:36:43: gerade im Alter beschäftigt man sich vielleicht auch zum ersten Mal mit solchen Themen.

00:36:49: Und das Buch bietet eine gute Gelegenheit einfach ein paar Gegenvorstellungen ebenfalls zur Sprache zu bringen.

00:36:56: Ein bisschen zu sagen Ja was gibt es denn eigentlich für geschlechtsspezifische Schimpfwörter?

00:37:00: Zum Beispiel warum werden so viele?

00:37:03: Warum gibt es Schimpfwörter über das Geschlechtzahl von Frauen zum Beispiel?

00:37:07: Ist es angemessen?

00:37:09: oder warum ist die Periode so ein großes Tabu, oder warum heißt eigentlich der Intimbereich Schambereich solche Sachen.

00:37:16: Und dieses Buch bietet eben die Möglichkeit dass man sich ein bisschen von dieser Scham befaltet und durch das viele Lachen und den Humor glaube ich kommt man auch ganz gut an.

00:37:25: dann an Jugendliche die vielleicht noch ein bisschen größerer Schaden bei diesem Thema haben.

00:37:29: aber gerade in dem Alter wo's eigentlich darum geht irgendwie ist eine Geschlechterrolle auch zu finden, wo sich die Geschlechter oft in Absetzung voneinander, wenn wir zur Binarität bleiben definieren und wo eigentlich Jungs nicht zeigen wollen wie Mädchen oder Mädchen nicht sagen wollen wie Jungs.

00:37:43: Aber irgendwie sind wir trotzdem interessant.

00:37:46: Gerade da ist das Buch Ud um so ein bisschen die eigenen Geschlechterollen geschlechter Grenzen auch zu hinterfragen Und auch einfach ein nettes Leser-Erlebnis zu haben und es ist wahnsinnig toll gezeichnet und wahnsinnigt klug gemacht.

00:38:00: Ich finde auch, wie sie die Fakten zusammen sammelt – auch historische Fakte.

00:38:04: Und die dann aufbereitet in witzige Geschichten und die verpflicht mit dem, wie wir leben.

00:38:11: Wenn man sich vorstellt, vierzehnjährige Jungs in der achten Klasse würden das Lesen nicht großartig.

00:38:17: Die gerade so auf dem Sprung sind, Stimmbruch vorbei.

00:38:21: Die einen sind noch ganz klein, die anderen sind schon riesengroß Und wir haben lange Gliedmaßen und wollen jetzt irgendwie alle Männer werden.

00:38:28: Und denen dann so ein Buch hinzulegen, und dann gleichzeitig auch den Mädchen die keine Kinder mehr sind aber auch noch keine Frauen, die irgendwo total dazwischen hängen.

00:38:39: Den nochmal so einen Gefühl dafür zu bekommen in welchen Schuhen die auch stehen.

00:38:44: also Wir stehen auf den Schultern von Riesinnen dass wir da sein dürfen wo wir sind Womit wir immer noch konfrontiert werden, dass diese Scham nicht natürlich ist.

00:38:55: Die die gerade auch empfinden.

00:38:56: Ich meine es gehört zur Pubertät dieses Schamgefühl.

00:38:58: aber das auch zu hinterfragen und sich mal zu überlegen warum eigentlich?

00:39:04: Das finde ich schon extrem spannend eine super Buchwahl.

00:39:08: eventuell müsste ich das auch mal bei mir einem Kind geben.

00:39:15: Kommt auch auf die Lieseliste.

00:39:17: Sachkomik ist immer eine gute Idee, lässt sich so wegsnecken hat viele bunte Bilder könnte man auch im Biologieunterricht mit einflechten und könnte sagen Mensch da ist ja auch das ist das Alter wo man ja auch die Sexualkunde Unterrichtgeschichte nochmal in Deutschland zumindest noch mal aufwärmen muss.

00:39:34: Das wäre eigentlich ganz schlau und praktisch.

00:39:37: Naja sicher

00:39:38: auch eine gute Hilfestellung für die biologielehrerinnen die dieses Thema ja unterrichten müssen und oft einfach nicht qualifiziert sind, was ich voll verstehen kann.

00:39:48: Ich bin ja sowieso ein anderes Thema.

00:39:50: aber der Meinung dass dieses wichtige Thema auch von Expertinnen ermittelt werden sollte, nicht von der Person die eigentlich Biologie studiert hat um tellende Täter zu unterrichten und sich dann damit konfrontiert sieht vor diskutierenden Jugendlichen über solche Themen zu reden das finde ich eine riesen Herausforderung und Anforderungen die einfach so erwartet wird dass es jeder macht.

00:40:12: Und ich finde das eigentlich vollkommen fein zu sagen, ich will das nicht.

00:40:15: Ich kann es nicht.

00:40:17: Ja, ich hole mir da eine Expertin die das wirklich gut vermitteln kann und wenn man das ja vielleicht nicht macht oder es vielleicht nicht geht ist dieses Buch auch sicher hilfreich weil man dann viel vielleicht auch einfach dem erzählen Narrativ von Liv Strömkist überlassen kann und die macht das eh gut.

00:40:31: also das kann man natürlich noch einordnen aber man kann's auf den Kindermann doch mal geben

00:40:35: Das ist richtig.

00:40:37: Für die Oberstufe hast du ein bisschen was Anspruchsvolleres rausgesucht, wie ich finde.

00:40:42: Das ist jetzt nicht so einen Roman wo man irgendwo in eine Welt eintauchen kann sondern etwas ganz ganz anderes.

00:40:48: Ja das ist das Buch von der Stadt der Frauen von Christine de Pissard.

00:40:53: Ich weiß nicht genau wie sie ausspricht weil sie kommt aus Italien hat aber in Frankreich gelebt.

00:40:58: Ich glaube man kann sie sowohl italienisch als auch konzürtisch ausbrechen spielt aber keine Rolle.

00:41:04: Ja, so vierzehnt hundert fünf in Frankreich ist entstanden.

00:41:07: Also spät, das ganz spätes Mittelalter früher Neuzeit eine Proche die ich auch bezogen auf die weiblichen Autorinnen sehr spannend finde weil anscheinend gibt es da ja keine und anscheinen gibt es immer nur die Minder-Sänger und dann vielleicht noch ein paar große Herren die bekannt sind.

00:41:23: aber Frauen im Mittelalter?

00:41:24: Nee, die waren doch nur unterdrückt und wandern höchstens.

00:41:28: Aber genau das ist der Spannende viele gute Literatur, viele gute Bücher eigentlich entstanden sind in der Zeit.

00:41:33: Und Christina de Pisson war, man kann sagen eine der ersten professionellen Schriftstellerinnen Europas zu einer Zeit wo es eigentlich keine professionellen Schriftstellen erinnern auch Männer nicht gab so richtig und wo Frauen eigentlich ja wenig Möglichkeiten hatten sich an der literarischen intellektuelle Stimme irgendwie zu erarbeiten.

00:41:54: sie hat früh geheiratet wurde Frühwitwe und hat dann beschlossen dass sie sich jetzt Dass sie die Sache selbst in die Hand blinden, dass ihr selbst Geld verdient und hat mit ihrem Schreiben tatsächlich ihre Familie ernährt.

00:42:07: Hat am Königlichen Hof gelebt und hat sich in ihren Werk mit der gesellschaftlichen und literarischen Tradition auseinandergesetzt, dass Frauen immer wieder von Männern, von gelehrten Männern als extrem sündhaft, schwach irrational moralisch minderwertige Zettere dargestellt werden.

00:42:25: Und das ist auch die Ausgangsposition des Buches.

00:42:28: Sie schreibt sich quasi selber in das Buch und sie schreibt ein Vorwort, danach kommt das eigentliche Buch.

00:42:32: Das erzähle ich gleich.

00:42:34: Und im Vorwort sitzt sie in ihrem Arbeitszimmer und liest Texte von Männern.

00:42:38: Dann stößt sie auf einen Text der Frauen extrem abwertend darstellt.

00:42:42: Und das stört sie extrem!

00:42:44: Ich fragte mich dann, stimmt es wirklich?

00:42:45: Warum schreiben so viele gelehrte kluge Männer solche niederträchtigen Sachen über Frauen?

00:42:50: Wir sind doch nicht so schlimm, wir sind auch nicht so sündhaft... Ja, sie geht dann im Zweifeln und wird ganz traurig.

00:42:58: Und dann erscheinen ihr auch sehr mittelalterlich drei Tugende die Rechtschaffenheit, die Gerechtigkeit und die Vernunft.

00:43:05: Die treten quasi jetzt vorher auf und da auftragen Sie damit eine Stadt der Frauen zu bauen.

00:43:12: Das ist eine schöne literarische Metapher dafür dass sie eigentlich eine Art Archiv für weibliche Leistungen, eine weiblichen Erinnerungskultur schaffen wollen wir.

00:43:21: diese Stadt besteht quasi aus Worten, besteht aus den Taten von Frauen die Tolles geleistet haben und soll ein Ort sein wo alle möglichen Frauen aus der Antike, aus der Mythologie, aus dem Mittelalter einfach so Frauen wie damals in den kulturellen Gedächtnis auch waren oder eben nicht gut waren oder sehr falsch erinnert wurden oder auf gewisse ja nicht zu gute Eigenschaften reduziert wurden.

00:43:47: Das hat im Endeffekt was sie macht Sie sammelt Frauenbiografien und stellt sie zusammen, versucht alle fair zu bewerben.

00:43:54: Und versucht überall die Leistungen das Gute was diese Frauen auch gemacht haben oder einfach das Starke, das Machtvolle muss nicht nur gut sein herauszuarbeiten.

00:44:03: Das ist ein unglaublich feministischer Gedanke eigentlich einen Kanon aus weiblichen Biografien zu erschaffen.

00:44:10: Das machen wir heute auch noch.

00:44:11: Wir machen das ständig in Kinderbüchern, hundert wichtige Frauen und wissenschaftlerinnen.

00:44:16: Auch an erwachsenden Büchern.

00:44:17: Das findet man in jeder Buchhandlung.

00:44:19: Und sie macht es am Ende des Mittelalters.

00:44:24: Ich hab das Gefühl, dass Buch ist nicht sehr bekannt.

00:44:26: Also ich habe das erst gehört als ich auf der Uni war einer ganz speziellen Mittelalter, also Autorin des Mittelaltes Vorlesung.

00:44:34: Also wirklich eine Mischenvorlesung die super interessant waren, wo ich auf einige spannende Autorinnen draufgekommen bin.

00:44:40: Das ist auch sehr allgemeinbildend!

00:44:41: Man liest über Göttinnen und Autoren wie Sappho etc.

00:44:47: für ganz viele Frauen der damaligen Zeit.

00:44:50: Und das Buch ist auch... Die Rezeptionsgeschichte ist auch spannend weil es wurde natürlich vergessen.

00:44:55: Also es hat sich nicht durchgesetzt im Endeffekt.

00:44:57: Es war damals unglaublich gefeiert.

00:44:59: Christine war unglaublich bekannt.

00:45:01: sie war in einem Streit verwickelt, das nennt sich die Quereldefamme.

00:45:06: Also der Streit über die Frauen und es war ein internationaler Streit von ihr und anderen Frauen.

00:45:13: aber vor allem sie war sehr im Zentrum mit vielen gelehrten Männern ihrer Zeit.

00:45:17: Und es ging um die Frage ob Frauen wirklich per se schlechter sind als Männer?

00:45:23: Und ob Frauen dümmer sind!

00:45:25: Sie hat gesagt Nein, Frauen sind nicht dümer, Frauen bekommen einfach keine Bildung.

00:45:30: Sie hat sich wirklich im Mittelalter einen Streit geliefert mit wahnsinnig wichtigen Autoritäten der Kirche.

00:45:36: Und ich finde es sehr schade, dass sie nicht als wirklich wichtige feministische oder prä-feministische Vorkämpferin eigentlich bekannt ist.

00:45:43: Sie wurde erst wieder was für eine Überraschung von der Frauenbewegung so richtig entdeckt und die Frauenbewegerungen waren in den neunten Sitzigerjahren so richtig stark.

00:45:53: Die haben dann auch ihre Sachen wieder nach aufgelegt.

00:45:56: Ja, in meinem Kanon, in der Schule, in meinen Unterricht kamen sie trotzdem gar nicht vor.

00:46:02: Da schlägt es... kann man direkt die Brücke schlagen zu Virginia Woolf, ein Zimmer für sich allein.

00:46:07: Die ja auch sagt was hätten wir für tolle Shakespeare's haben können weibliche Shakespeare's wenn Frauen die Zeit und einen Zimmer für sie allein gehabt hätten?

00:46:17: Und nicht irgendwie.

00:46:18: wenn dann nebenher am Küchentisch während alle irgendwie um Sie rumschwirren kurz mal etwas schreiben können Wenn Sie schreiben können.

00:46:27: also das kann man da alles nochmal nachlesen und auch Virginia Woolfe Da schließt sich der Kreis ist ja eine Autorinnen, die auch vergessen wurde.

00:46:35: Die unglaublich schlaue Dinge schon um die Jahrtausendwende des letzten Jahrtaussens geschrieben hat – um im Jahrhundert.

00:46:44: oder kurz nach, auf jeden Fall Blitzgescheit komplett vergessen und wurde dann von den Feministinnen wieder ausgegraben.

00:46:52: Und während wir über Christine gesprochen haben, dachte ich so warte mal, da war doch was!

00:46:56: Es waren doch die olympischen Spiele im Jahr zwanzig.

00:46:59: Da war ich so glücklich weil ich hatte von Christine schon gehört.

00:47:04: Und es gab eine monumentale Szene in dieser endlosen Eröffnungsfeier ihresgleichen sucht und in deren Schatten ab jetzt alles stehen wird.

00:47:14: Die war ja unglaublich, wir haben die bis zum Schluss geguckt und waren völlig gebannt.

00:47:19: Und da gab es eine Szene wie zehn goldene Statuen aus der Zähnempoor steigen und das waren alle Frauen und eine war Christine de Pison.

00:47:32: Also

00:47:33: wusste ich gar nicht.

00:47:34: War toll!

00:47:35: Es gab ein feministisches Momentum Und da waren eben nur wichtige Frauen.

00:47:43: Es waren goldene große Statuen, die sind aus der CERN aufgestiegen und ich weiß nicht genau wo die jetzt gerade stehen vielleicht am Place Tocadero, wo man auch den Eifelturm gucken kann müsste ich noch mal nachschauen.

00:47:57: Leute aber ihr könnt mich dunkel daran erinnern die da vielleicht gesehen zu haben als es mal in Paris war also In Frankreich.

00:48:06: vielleicht gibt es da, aber es gibt ja auch französische Feministinnen und ich glaube die haben schon versucht da auch ein Zeichen zu setzen.

00:48:14: Das ist doch schon mal eine schöne Geste gewesen.

00:48:18: Da kann man uns jetzt auch nichts von kaufen im Pay-Gab, aber wir nehmen ja auch Symbole gerne mal zwischendrin.

00:48:25: Auf jeden Fall!

00:48:27: Das habe ich gar nicht mitbekommen.

00:48:28: tatsächlich, gut zu wissen das muss ich gleich recherchieren Schau ich mir schön vor, wie so lauter Frauen Skulpturen in Gold aus der Senden aufsteigen.

00:48:35: Sehr schön!

00:48:36: Vielleicht

00:48:36: finde ich die Szene und kann dir auch als Video verlinken in den Show Notes.

00:48:42: Ich muss nur kurz notieren olympische Spiele, goldene Statuen.

00:48:49: Das wäre großartig, weil das war wirklich... Da war ich so gerührt, guck mal man kann mich echt leicht rühren aber da war ich wirklich stark gerührt dass gerade bei diesem Großereignis, sie es geschafft haben so eine Geste noch einzubauen.

00:49:06: Das fand ich wirklich wunderschön, ob das jetzt jeder geschnallt hat um die Wichtigkeit auch wusste Männern entgeht da ja manchmal ein bisschen was weil die ja auch den Kontext nicht so auf dem Schirm haben.

00:49:18: aber gut für mich war's sehr wichtig und Ich habe das Gefühl gehabt Da wurde ein wichtiger Anlass genutzt und da Raum zu schaffen.

00:49:30: Eure Listen bringen jetzt also einen ganzen Haufen spannende Autorinnen zusammen.

00:49:40: Und was unterscheidet jetzt diese Liste von einem Kanon?

00:49:45: Ich bin ja keine Literaturwissenschaftlerin, ich bin ja nur eine Leserin!

00:49:51: Naja ein Kanon ist ein großer Begriff den ich nicht aufwendig definieren möchte.

00:49:56: Da gibt es doch unterschiedliche Versionen aber es ist schon spannend ein bisschen näher reinzuschauen weil In der Unschärfe auch dieses Begriff liegt.

00:50:04: so ein bisschen eine Erklärung, warum das so ein hitziges Thema ist.

00:50:09: Seit mehreren Jahrzehnten vor allem, also vor allem seit Frauen und auch andere Gruppen wie People of Color

00:50:16: etc.,

00:50:17: in wirklich großer Zahl an Universitäten angekommen waren da wurde es so, das nennt man Canon Wars.

00:50:24: ich weiß nicht ganz, dass wenn er zweiten Hälfte des Transistenjahrs hunderts in Amerika Also Kanon-Kriege im Endeffekt Das war die größte die größte Schlacht so ein bisschen um die Frage, was ist ein Kanon und wer in diesem Kanon?

00:50:36: Und da sind unterschiedliche Stimmen aufeinandergepräuert.

00:50:40: Die auch unterschiedliche Ideen davon hatten, was ein Kanun ist.

00:50:43: Also grundsätzlich jetzt kurz zusammengefasst kann man zwischen zwei großen unterschiedlichen Definitionen unterscheiden.

00:50:50: Ich beginne mal mit der heutigen, ich vertrete eigentlich heutzutage die meisten Literaturwissenschaftlerinnen zu treten.

00:50:57: Da wird der Kanon als etwas bewegliches, dynamisches, etwas konstruktivistisches und repfektionsorientiertes verstanden.

00:51:04: Das bedeutet dass ein Werk nicht per se zur überzeitlicher Bewunderung bestimmt ist sondern die Gesellschaft in der dieses Werk geschrieben wird weiterverbreitet wird und gelesen wird.

00:51:15: diese Gesellschaft macht dieses Werk erst kanonisch.

00:51:18: das heißt es hängt nicht nur allein von den Qualitäten eines Buches oder Textes ab ob der Text jetzt überlieferbar und erinnerbar bleibt sondern es gibt eine Vielzahl an Faktoren wie zum Beispiel der soziale Status, der Autorin des Autors.

00:51:32: Den Mechanismen des Marktes die man ja auch nur bis zu einem gewissen Grad durchschauen kann.

00:51:35: warum genau dieses Buch im Bestseller werden dieses Buch nicht.

00:51:39: Diskriminierungsstrategie natürlich, die immer irgendwie da sind Die Frage ob das Buch geboren wird oder auf was auch wichtig ist ob das bucht entgeltenden Wertmaßstäben entspricht.

00:51:50: Also ein Kanon das würde ich mal so sagen repräsentiert die Werte der Gesellschaft von der dieses Buch hochgehalten wird.

00:51:58: Wenn ich jetzt zum Beispiel sage, Marcel Reichranitzki hätte jetzt Nabakow's Lolita auf jeden Fall noch in seinen Kanon aufgenommen.

00:52:07: Heutzutage würde man vielleicht sagen das Werk ist nicht so gut gealtert im gesellschaftlichen Kontext, indem wir gerade leben und man kann es für sich eigentlich nicht stehen lassen – nicht ohne Kontext!

00:52:22: Oder wir haben heute mehr Bücher von Frauen im Kanon, weil wir finden das es wichtig ist.

00:52:26: Das sind die Werte im XXI Jahrhunderts von vielen Menschen.

00:52:29: Dass wir sagen sie.

00:52:30: natürlich leeren wir auch Autorernen.

00:52:31: Es war lange überhaupt nicht wichtig.

00:52:33: in Gegenteil und weil du gerade Ranizi ansprichst der ist auch spannend.

00:52:38: Der hat ja mal so ein bekanntes Eklage gehabt.

00:52:40: ich glaube beim ersten Jahr des Ingol-Bachmannpreises wo an Text über Menstruation geschrieben wurde von Karin Struck Und er hat dann ganz abfällig gemeint, wen interessiert das?

00:52:50: Was eine Frau denkt und was sie fühlt während sie menstruiert.

00:52:53: Das ist keine Literatur, das ist ein Verbrechen!

00:52:56: Das beschreibt Nicole Seifert auch in ihrem Buch, Brown Literatur.

00:52:59: Und da sieht man schon im Endeffekt, hatte er diesen Text nicht mit literaturwissenschaftlichen Maßstäben bewertet.

00:53:05: Er kann ihn ja schlecht finden, kein Problem es kann man auch begründen aber er hat quasi sein Desinteresse zu einem Wertungskriterium gemacht dass jetzt in diesem Fall wahrscheinlich auch Publikumswirksam sehr deutlich gesagt wurden, wird aber eigentlich ständig auch subtiler gemacht.

00:53:20: Man sagt zwar ist es nicht gut, aber eigentlich meint man interessiert mich nicht.

00:53:24: Interessiert vielleicht mich nicht als Mann, als konservativen Mann.

00:53:28: was dann eine Frau denkt wenn sie ein Kind bekommt zum Beispiel?

00:53:31: Das ist ja nicht spannend.

00:53:31: oder eine weibliche Frauenfreundschaft, das interessiert sich nicht.

00:53:34: Das kenne ich irgendwie nicht aus meinem Leben und so.

00:53:37: Und das sind natürlich subjektiv.

00:53:38: auf einer gesellschaftlichen Ebene kann das dann wahnsinnig viel bewirken.

00:53:43: Und das ist auch dann diese andere Ecke von diesen Gegnern, von dieser feministischen Kanon-Revision.

00:53:48: Die sagen ne, ein Kanon ist nicht was wir gut finden!

00:53:51: Ein Kanon isst was sich einfach durchsetzt als einfach gut iß.

00:53:56: Also zum Beispiel T.S.

00:53:57: Eliot hat auch mal viel geschrieben über einen Kanon und er hat gesagt in der Giel zb aus der Antike dass es ein überzeitlicher Klassiker.

00:54:04: Der war immer schon gut, wird immer gut bleiben.

00:54:07: Das ist einfach ein gutes Buch das jeden Menschen jeder Generation interessiert und berührt und ergreift.

00:54:13: Und da sagt man halt heute, man kann aber gesellschaftliche Faktoren nicht so ganz ausklammern.

00:54:21: Also Annette von Droste Hülshoff zum Beispiel ist eine der wenigen Frauen in deutschen Literatur die immer im Karnen war und die immer gelesen wird wie oft glaube ich auch pflichtig für es.

00:54:30: Und das ist aber auch kein Zufall warum sie war berühmt während ihrer Lebenszeiten.

00:54:34: aber es waren viele andere Frauen auch berühmt während sie gelebt haben.

00:54:37: Bei ihr war es dann zum Beispiel Theodor Sturm, der wahnsinnig viel getan hat.

00:54:40: Dass ihre Geschichten erscheinen in so gewissen Publikationen im neunzehnten Jahrhundert die super wichtig waren, die da immer wieder herangezogen wurden oder generell der ganze bildungsbürgerliche Kanon den wir eigentlich heute haben.

00:54:52: Das ist eine Erfindung aus dem neunzenten Jahrhundert.

00:54:54: das sind Bücher also von der Zeit.

00:54:57: was heute Deutschland Österreich ist war damals total zerrissenpolitisch.

00:55:01: jedes Fürstentum irgendwie hat sich gekriegt.

00:55:03: Eine war evangelisch und andere katholisch.

00:55:06: Man hat quasi gesagt, okay wir sind keine politische Einheit im Vergleich zu anderen Ländern.

00:55:10: Was wollen wir eigentlich sein?

00:55:12: Können wir nicht beeinflussen als Künstler.

00:55:13: Aber wir wollen gerne dass wir eine künstlerische Einhalt sind.

00:55:16: Wir wollen Bücher haben die uns die quasi den deutschen Geist repräsentieren.

00:55:21: Dann hat man sich wirklich auf Bücher geeinigt wie wichtig sie sind, die irgendwie repräsidentativ seien sollen.

00:55:27: und das heißt dann nicht, dass diese Bücher einfach in dem Kanon gelandet sind weil sie gut sind.

00:55:31: sicher ist Qualität auch in Kriterium aber es ist ein sehr dubjektives Kriterium.

00:55:35: Es ist sehr schwierig, das genau zu bemessen und es gibt

00:55:39: ganze Konstruktionsprozesse

00:55:41: dahinter.

00:55:41: Und da ist ja wieder die Frage also ich meine es gibt gute Texte und es gibte gute Texten und Qualität unabhängig von Geschmack zu sehen halte ich für sehr schwierig.

00:55:52: Also Ich kann einen gut konstruierten Text haben, kann ihn trotzdem Scheiße finden sorry und ich kann irgendwie ein beledristisches Buch haben und kann sagen, gut es fühlt sich mehr so an als wäre es runtergeschrieben.

00:56:08: Aber es hat einen unglaublich guten Lesefluss und eine gute Story.

00:56:12: Da gehört schon wieder auch wie ein bisschen Elitarismus rein und da bin ich ja immer sofort allergisch insofern schwierig mit den Kanons.

00:56:22: Und auch bei eurer Leseliste sind natürlich Bücher dabei wo ich sage Ja okay will ich trotzdem nicht lesen.

00:56:30: Ja, ist voll fein!

00:56:31: Kann ich annehmen?

00:56:33: Inzwischen bin ich ja Gott sei Dank alt und schlau genug dass sich sagen kann es ist ja nicht alles my Kapitä das ist ja nichts schlimm.

00:56:41: ich kann auch einfach mal etwas weitergehen lassen und kann sagen für andere Menschen ist es großartig für mich ist es vielleicht so anstrengend mir noch langsam leserin aber wie gesagt elitarismus finde ich immer schwierig.

00:56:54: Diese Listen, die ihr habt sollen natürlich auch Werke transportieren, die anspruchsvoll sind.

00:57:02: Gerade wenn ich in der Schule bin, wenn ich im Deutschunterricht bin, dann soll ich ja eben nicht nur das lesen was sich Snackable und Lustig finde obwohl es natürlich auch die Mischung macht.

00:57:13: aber es soll ja auch mal etwas Komplexeres sein oder auch was Anspruchs volleres oder eine Sprache zeigen, die sich verändert hat Berta von Sutna, die wird anders schreiben als eine Karoline Wahl.

00:57:26: Aber beide sind Bücher, die man vielleicht sich mal anschauen sollte und gerade in ihrer Unterschiedlichkeit mit den Themen, die sie versuchen zu transportieren, mal ein bisschen drauf schauen.

00:57:37: Ich finde euer Projekt so oder so großartig... ich freue mich jetzt schon wahnsinnig auf die Kinderlisten!

00:57:45: Und bin ganz gespannt wie es da weitergeht.

00:57:47: Es ist ein lebendes Projekt Denn es entwickelt sich die ganze Zeit weiter.

00:57:53: FEMLIT, das sind literarische Listen für den Schulunterricht und Unterrichtsmaterial ist in Arbeit um das noch niederschwelliger zu machen für alle Lehrkräfte und auch die richtigen Materialien anbieten zu können.

00:58:07: ich finde es fantastisch!

00:58:09: Ich hoffe ihr könnt das Projekt weiterführen.

00:58:14: Finanzierung Fragezeichen, euch für euch gewinnen.

00:58:17: Ich fände es wichtig und großartig!

00:58:19: Es passt vor allem hervorragend zur IG FEMM, der Interessengemeinschaft feministischer Autorinnen in Österreich.

00:58:27: Und ja nachdem das alles Deutschsprachige Bücher sind oder alle die auch Deutschsprache zur Verfügung stehen und es auch eben für den deutschen Unterricht geeignet ist in Deutschland oder auch in der Schweiz.

00:58:41: Großartig, großartig an alle Lehrkräfte die gerade zuhören.

00:58:45: natürlich ist der Link in den Show Notes macht euch keine Sorgen!

00:58:49: Und ich bin froh dass du Hannah hier zu Gast warst um mit mir darüber zu sprechen.

00:58:54: Ja ich habe mich auch sehr gefreut.

00:58:56: vielen Dank für die Einladung.

00:58:58: Letzte Frage Wann ersternt der zweite Roman, an dem du laut deiner Website und deine offiziellen Biografie schreibst?

00:59:05: Es ist ein Versprechen.

00:59:06: Und das macht ja auch ein bisschen Druck wenn man es sagt insofern.

00:59:10: Ja, das ist gar nicht aktuell weil ich bin schon fertig damit.

00:59:13: Ich bin jetzt gerade in der Phase die man entweder liet oder hastes überarbeiten.

00:59:17: sich mag so glück aber wann wo wie das kann ich noch nicht verraten.

00:59:22: dann steht doch grad noch ein bisschen in den Sternen.

00:59:24: wird sich zeigen.

00:59:26: Wohl der, die literarisches Lektorieren auch studiert hat.

00:59:28: Es muss ja auch in deinem Blut liegen.

00:59:30: Ansonsten wäre das Thema deines Studienfachs ein bisschen schwierig gewesen?

00:59:35: Ja,

00:59:35: das stimmt!

00:59:37: Ich danke dir sehr, ich wünsche dir viel Erfolg und dann hören wir uns vielleicht wieder wenn das Buch erschienen ist.

00:59:42: Das mit mich freuen, vielen Dank!

00:59:47: Dieser Podcast ist nur möglich weil es Menschen gibt, die die Leserinnen lieben und diesen Podcast unterstützen möchten.

00:59:55: Deshalb gilt mein ganz besonderer Dank!

01:00:18: Silja, Marin aus Füssen.

01:00:20: Gritt aus Berlin.

01:00:21: Anja aus Norderstädt.

01:00:23: Malene aus Köln.

01:00:25: Franzi aus Karlsruhe.

01:00:27: Turid aus Zürich.

01:00:29: Berit, Claudia aus Marbach.

01:00:31: Stefanie aus Düllmann-Rorob.

01:00:33: Babis aus Wien.

01:00:35: Sandra aus Bielefeld.

01:00:36: Nicole aus Winenden.

01:00:38: Pia aus Potsdam.

01:00:40: Annette?

01:00:40: Aus Felgendreu.

01:00:41: Wiebke aus Gehwelsberg.

01:00:43: Michaela aus Ylitz.

01:00:45: Jeanie aus Kirchbeck an Amur.

01:01:08: Wenn auch du den Podcast die Leserinnen unterstützen möchtest, dann findest du alle Informationen dazu natürlich in den Shownotes und auf www.dieleserinnen.de.

01:01:47: Das war der Podcast.

01:01:49: Die Leserinnen.

01:01:51: Redaktion und Moderation Christina Häusler Produktion Christina Hösler Musik Berni Meyer.

01:02:00: Danke fürs Zuhören.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.